• Künstler:in Franz Metzner, Bruno Schmitz
  • Titel Atlantenbrunnen
  • Jahr 1914
  • Kategorie Brunnen
  • Material Granit
  • Standort aktuell / Jahr Friedrichsplatz, Beginn Augustaanlage, 1914

Künstler

Franz Metzner (1870 Všeruby/Wscherau, Böhmen – 1919 Zehlendorf), ein österreichischer Steinmetz und Bildhauer, lebte lange in Berlin. Er kooperierte eng mit Bruno Schmitz (1858–1916), dem Architekten des Mannheimer Rosengartens und Gestalter des Friedrichsplatzes. Schmitz gewann Metzner 1905 für die Bildhauerarbeiten am Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Von Metzner stammen zahlreiche Bauplastiken an Fassaden in Berlin und Prag. Er entwarf seine Figuren vorwiegend in abstrahierten, stilisierten Formen des Jugendstils, wie auch die Mannheimer Atlanten.

Weitere Informationen zu Franz Metzner hier.

Franz Metzner, Bruno Schmitz, Atlantenbrunnen
Foto: St. Rothenstein
Franz Metzner, Bruno Schmitz, Atlantenbrunnen
Foto: St. Rothenstein

Zur Arbeit

Nach dem Tod von Großherzog Friedrich I. von Baden (1826–1907) möchten ihm die Mannheimer ein monumentales Denkmal setzen. Als Standort wird ein Platz am Ende des Friedrichplatzes / Beginn der Augustaanlage bestimmt, die Ausführung dem Berliner Stararchitekten Bruno Schmitz und dem Karlsruher Bildhauer Hermann Volz (1847–1941) zugesprochen. Der breit gelagerte Sockel in Form des noch heute bestehenden Brunnens ist im Sommer 1914 fertiggestellt. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, das Ausbleiben der Steinlieferungen, der Mangel an Metall für die Gussfigur, der Tod von Bruno Schmitz und das Ende der Monarchie verzögern den Weiterbau und vereiteln ihn schließlich ganz. Die Stadtverwaltung lässt das Gussmodell aus der Gießerei zurückbringen und lagert es ein.

1999 weist der Kunsthistoriker Christmut Präger nach, dass Hermann Volz nicht den Atlantenbrunnen, sondern nur das nicht realisierte großherzogliche Denkmal entworfen hatte. Für den Sockel beauftragte Schmitz den Bildhauer Franz Metzner, mit dem er schon beim Leipziger Völkerschlachtdenkmal zusammengearbeitet hatte.
1975 wird auf dem noch immer leeren Platz des geplanten Denkmals für den Großherzog die Skulptur „Das Rad“ von Morice Lipsi aufgestellt.

Um 2000 ist der Brunnen stillgelegt, verwahrlost und beschädigt. Der Verein Stadtbild Mannheim lässt ihn 2002/2003 umfassend renovieren und übergibt ihn mit erneuter Brunnenfunktion und einer Beleuchtungsanlage erneut der Öffentlichkeit.
Der Brunnen besteht aus acht männlichen Figuren, die als Stütze dienen – also ähnlich wie Säulen, aber in Form eines Menschen (Atlanten), auf denen das Abschlussgesims des Denkmalsockels ruht. Sie sind stilisiert und ornamental dargestellt. Die halbnackten Figuren tragen in ihren Händen oder auf dem Kopf Gegenstände wie Tücher, Helme oder einen Sack. Sie stehen in künstlicher, verdrehter Haltung und füllen ein Rechteck aus. Zwischen den Plastiken sind sieben quadratische Felder als Brunnen angelegt, aus deren Schlitzen Wasser fließt und über den Stein rinnt. (VK)

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