Gerd Dehof (1924-1989)
Gerd Dehof wird 1924 in Zweibrücken geboren und zieht 1938 mit seiner Familie nach Ludwigshafen. Nach einer abgeschlossenen Schlosserlehre wird er im Zweiten Weltkrieg zum Militär eingezogen und 1944 verwundet entlassen.
Von 1948 bis 1956 studiert er Bildhauerei – sowohl an der Freien Akademie Mannheim bei Karl Trummer als auch an der Akademie Karlsruhe.
Ab 1957 ist Dehof als Lehrer an der Freien Akademie Mannheim tätig, später auch an der Städtischen Fachhochschule für Gestaltung, wo er Bildhauerei und plastisches Gestalten unterrichtet. 1970 übernimmt er die Leitung der Klasse „Grundausbildung und Gestaltungslehre“ an der Werkkunstschule Mannheim und wird 1971 stellvertretender Direktor. Er arbeitet ab 1958 bis 1984 in seinem Atelier in der Alten Sternwarte Mannheim und stirbt 1989 in Mannheim.
Gerd Dehof gehört zu den wichtigen regionalen Bildhauern der Nachkriegszeit. Einige seiner Arbeiten befinden sich auf öffentlichen Plätzen und zählen so zur „Kunst im öffentlichen Raum“ in Mannheim.
Zur Arbeit
Ein Mann mit einem schweren Sack auf den Schultern, einer Mütze auf dem Kopf und einem Lächeln im Gesicht. Gerd Dehof erschafft mit dem Sackträger eine idealisierte Figur. Trotz der gebeugten Haltung wirkt der Schritt des Sackträgers leicht und dynamisch – ein bewusster Kontrast zu der Last, die er trägt.
Im Jungbusch prägten solche Arbeiter einst das Straßenbild. Sie stammten aus einfachen Verhältnissen und waren für ihre derbe Art sowie für ihren eigenen Dialekt bekannt.
Durch das Wachstum des Binnenhafens Ende der 1940er-Jahre gründete Ernst Lieblang 1951 einen Stauerei- und Umschlagsbetrieb, der bis 1954 sehr erfolgreich ist. Bis zu 2000 Sackträger, auch Schauerleute genannt, beschäftigt Lieblang in dieser Zeit. Danach verlor die Berufsgruppe an Bedeutung, da schwere Arbeit immer mehr durch Maschinen übernommen wurde.
Um an diese Arbeiter und ihre Bedeutung für Mannheim zu erinnern, lässt Lieblang ihnen ein Denkmal errichten. Gerd Dehof entwirft zunächst ein Gipsmodell, nach dem 1982 in der Kunstgießerei Karl Casper in Remscheid der Bronzeguss gefertigt wird.
Am 2. Dezember 1982 wird die Figur an ihrem heutigen Standpunkt der Öffentlichkeit übergeben. Die offizielle Einweihung durch Oberbürgermeister Gerhard Widder erfolgt während des Stadtteilfestes Jungbusch am 17. September 1983. (CS)