• Künstler:in Hermann Geibel
  • Titel Mädchen mit Blockflöte
  • Jahr 1937
  • Kategorie Plastik
  • Material Bronze
  • Standort aktuell / Jahr Lauerscher Garten, M 6, 68161 Mannheim

Hermann Geibel (1889–1972)

Hermann Geibel wächst in Freiburg und Basel auf. Nach der Kunstakademie in Dresden bildet er sich in München als Zeichner und Bildhauer aus. Er lebt 1916 bis 1934 als freier Bildhauer in München. Ab 1934 hat er eine außerordentliche Professur für Ornamentik und Modellieren, Aktzeichnen und angewandte Plastik an der Technischen Universität Darmstadt.
Geibel war kein Mitglied der NSDAP, wird aber 1944 von Goebbels auf die sogenannte Gottbegnadeten-Liste aufgenommen. Damit gehört er zu den Künstlern, die das Regime als besonders bedeutend einstuft. Trotz seiner Verstrickung in die NS-Kunst erfährt Geibel nach 1945 weiterhin Anerkennung.
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Zur Arbeit

Das Mädchen mit Blockflöte steht an den Lauerschen Gärten, im Quadrat M 6, an den Treppen. Sie ist eine 1,60 m hohe, fast lebensgroße Figur aus Bronze. Ein Mädchen, das ganz konzentriert und in sich versunken, spielt auf einer Blockflöte. Sie idealisiert bis heute eine Verbindung von Musik und Innerlichkeit und drückt Harmonie und Ruhe aus.

Die Arbeit wird im April 1950 ganz bewusst vom Oberbürgermeister Hermann Heimerich (SPD) an der neu hergerichteten Grünanlage aufgestellt. Sie soll den Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg betonen und von der Zerstörung der Innenstadt ablenken. Bis in die 1990er-Jahre wird in der Fachliteratur vermittelt, dass diese Arbeit für die kleine Grünfläche entstanden ist.
Dem ist aber nicht so: Ein Aufsatz von Claudia Brandt weist schon 1994 nach, wie Geibels Werke durch die NS-Kulturpolitik vereinnahmt werden. Das „Mädchen mit Blockflöte“ ist 1937 bei der ersten „Großen Kunstausstellung“ in München im Haus der Kunst zu sehen und erhält dort auch eine Auszeichnung. 1938 ist die Arbeit bei einer Geibel-Ausstellung in der Galerie „Das Kunsthaus“ in Mannheim ausgestellt und wird vor 1942 von der Kunsthalle erworben. (SK)