• Künstler:in Hubertus von der Goltz
  • Titel Aus dem Nichts
  • Jahr 1992
  • Kategorie Nicht mehr am Standort
  • Material Aluminium farbig gefaßt in Einbrennlackierung, (schwarz, türkis)
  • Objektmaße (ohne Sockel) Höhe Figur: 205 cm; Länge Träger: 24,16 m
  • Standort aktuell / Jahr nicht mehr vorhanden
  • Standort alt / Jahr Auf dem Dach der ehemaligen Kunsthallen-Nordseite / 1993–2015

Hubertus von der Goltz (*1941)

Hubertus von der Goltz, in Ostpreußen geboren, findet seinen Weg als Künstler über Umwege: Nach einer Ausbildung im Klavierbau und ersten Studien der Architektur an der damlaigen Hochschule der Künste in Berlin - heute Universität der Künste Berlin- wendet er sich der freien Kunst zu, wo er 1977 Meisterschüler wird. Schon früh wird er durch räumliches Denken und konstruierte Strukturen geprägt, die sein Werk bis heute bestimmen.

Im Zentrum seines Schaffens stehen Skulpturen und Installationen im öffentlichen Raum, die sich mit Bewegung, Orientierung und der Beziehung des Menschen zum Raum auseinandersetzen. Internationale Stipendien und Aufenthalte, unter anderem in Italien und den USA, sowie zahlreiche Wettbewerbserfolge führen zu Projekten in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien.

Seit den 1990er-Jahren realisiert von der Goltz verstärkt großformatige Arbeiten im urbanen Kontext und zählt zu den wichtigsten Vertreter*innen einer skulpturalen Kunst, die Architektur, Bewegung und Wahrnehmung miteinander verbindet. Er lebt und arbeitet in Potsdam.

Zur Arbeit

Die Skulptur „Aus dem Nichts“ thematisiert auf prägnante Weise das menschliche Streben nach Gleichgewicht. Ursprünglich für das Dachgelände des ehemaligen Erweiterungsbaus der Kunsthalle Mannheim von 1983 konzipiert, balanciert eine auf ihre Konturen reduzierte Figur auf eine m weit auskragenden Metallträger über dem Dachfirst. Es handelt sich dabei um eine eigens dafür entwickelte Konstruktion.

Die schlanke, silhouettenähnliche Gestalt hält mit erhobenem Arm die Balance auf der sich zuspitzenden Stange und ist im Begriff, den nächsten Schritt zu setzen. Damit verweist sie auf ein zentrales Motiv im Werk des Künstlers: das fragile Gleichgewicht menschlicher Existenz. Der Balanceakt wird zur Metapher für die Herausforderung, sich im Leben auf unsicherem Terrain zu bewegen und kontinuierlich neue Wege zu finden, um die Balance zu halten.
So gelingt es von der Goltz, mit reduzierten formalen Mitteln eine eindringliche Bildsprache zu entwickeln, die zugleich humorvoll und existenziell wirkt. In der engen Verbindung von Skulptur und architektonischem Kontext wird zudem ein zentrales Anliegen seines Schaffens sichtbar: Er denkt Werk und Raum untrennbar miteinander. (AT)