• Künstler:in Gottfried Gruner
  • Titel Aquamobil
  • Jahr 1980
  • Kategorie Nicht mehr am Standort
  • Material Stahlrohr, Edelstahl
  • Objektmaße (ohne Sockel) H 300 cm
  • Standort alt / Jahr Breite Straße, S1 / T1

Gottfried Gruner (1923 – 2011)

Gruner wächst in Stollberg/Sachsen auf. 1941 wird er zum Kriegsdienst eingezogen und gerät 1945 in Gefangenschaft. 1946 beginnt er ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. 1951 heiratet er die Künstlerin Traute Gruner, geb. Schäfer, ebenfalls aus Stollberg, und lebt ab 1952 in der Bundesrepublik. In den 1960er-Jahren beginnt er kinetische Brunnenobjekte zu realisieren. Er gilt als Pionier der so genannten Solarkunst. In über 60 Städten in Deutschland stehen seine Werke an Plätzen und in Grünanlagen.
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Zur Arbeit

Die Arbeit „Aquamobil“ entsteht im Zuge der Aufwertung der Breiten Straße in den 1970er-Jahren. Sie steht an der Ecke der Quadrate S 1 und T 1 zur Breiten Straße hin. Im Juli 1980 wird die Arbeit, im Beisein des Künstlers, feierlich der Öffentlichkeit übergeben.
In einer kugelförmigen Form aus Stahlrohren sind über Querverbindungen unterschiedliche Schalen angeordnet, aus denen das Wasser auf die jeweils unterliegende Schale läuft und diese in Bewegung setzt. Durch das fließende Wasser bewegen sich die Schalen permanent auf und ab.
Gruner schaut sich nach der Einweihung noch einmal vor Ort an, wie seine Arbeit im Alltag funktioniert und ob sie angenommen wird. Darüber schreibt er an den Baubürgermeister Niels Gormsen: „Ich konnte mich inzwischen noch einmal davon überzeugen, wie interessiert die Passanten die Plastik betrachten und stehenbleiben“.

Die Mannheimer*innen haben auch schnell einen Namen für das Aquamobil gefunden und bezeichnen ihn als „Schwipp-Schwapp-Brunnen“ - was dessen Funktion in durchaus passender Weise beschreibt. Vor allem die Kinder lieben den Brunnen an heißen Tagen.

Leider ist der Brunnen für den Lieferverkehr sehr ungünstig platziert. Immer wieder wird er von durchfahrenden Transportern beschädigt – in den 1990er-Jahren so stark, dass er ohne größeren Aufwand nicht mehr zu reparieren ist und 2004 abgebaut wird und daher heute nicht mehr das Stadtbild verschönert.

Gruners wasserkinetischen Apparate überwinden die konventionellen Brunnen des 19. Jahrhunderts. Der Menschen wird hier zum integrierten Teil des Werks. Er soll den Brunnen nicht nur betrachten oder aus ihm schöpfen, sondern kann ihn begehen, antreiben, den Wasserfluss verändern, über ihn sinnieren oder einfach nur mit ihm spielen – ganz im Sinne des klassischen „panta rhei“, wonach alles fließt und nichts statisch bleibt. (SK)