• Künstler:in Waldemar Grzimek
  • Titel Hockendes Wildschwein
  • Jahr 1963
  • Kategorie Plastik
  • Material Bronze
  • Objektmaße (ohne Sockel) H 113 cm
  • Sockelmaße 27 x 80 x 115 cm
  • Standort aktuell / Jahr Mannheim Luisenpark, Skulpturenweg

Waldemar Grzimek (1918–1984)

1918 geboren in Rastenburg / Ostpreußen. 1924 zieht er mit seiner Familie nach Berlin. Schon als Kind hält er sich oft im Berliner Zoo auf, wo er als Schüler erste Skulpturen anfertigt.
1930 erhält er den 1. Preis in einem Jugendkunstwettbewerb des Berliner Zoos. In einer Ausstellung „Tierskulpturen“ 1936 wird Richard Scheibe auf ihn aufmerksam und erwirbt eine seiner Arbeiten.
1937 beginnt er eine Steinmetzlehre, bricht diese bald ab und nimmt im selben Jahr ein Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin auf. Dort wird Wilhelm Gerstel sein Lehrer. Auch Richard Scheibe fördert ihn und stellt ihm ein Atelier außerhalb der Hochschule zur Verfügung. In dieser Zeit lernt er Gerhard Marcks und Gustav Seitz kennen.
Ab 1941 wird Grzimek Meisterschüler bei Gerstel. 1946 erhält er einen Lehrauftrag in der Bildhauerklasse an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle.

Von 1948–51 ist er Professor an der Hochschule für Bildende Kunst Berlin-Charlottenburg.
Er lebt von 1961 bis 1968 am Bodensee und wird dann Professor für plastisches Gestalten an der Technischen Hochschule Darmstadt bis zu seinem Tod. Während all dieser Jahre ist er auch als freischaffender Künstler tätig.
Er stirbt am 26. Mai 1984 in West-Berlin.
Weitere Informationen zu Grzimek: Hier

Waldemar Grzimek, Hockendes Wildschwein
Foto: 1963, MARCHIVUM
Waldemar Grzimek, Hockendes Wildschwein
Foto: 1963, MARCHIVUM

Zur Arbeit

Mit der Darstellung von Tieren beginnt Grzimek seine Laufbahn als Bildhauer. Sie bleiben ein wichtiges Thema, auch wenn er sich im Laufe seiner Werkphasen zunehmend dem Menschen widmete.
Die Tierplastik war für ihn kein bloßes Studienwerk, sondern ein eigenständiger und über Jahrzehnte fester Bestandteil seines künstlerischen Werkes.

Ein bedeutendes Beispiel ist das lebensgroße „Hockende Wildschwein“ aus Aluminium von 1958. Diese Arbeit ist im Herbst 1962 in einer Ausstellung im Kunstverein Mannheim zu sehen. Auf Anraten von Kunsthallendirektor Dr. Heinz Fuchs soll ein Bronzeguss dieser Arbeit angekauft werden. 1963 ist der Guss fertiggestellt und am 10.12.1962 wird er offiziell im Luisenpark im Beisein des Künstlers aufgestellt.
Es zeigt deutlich Grzimeks Kunst der Charakterisierung und Gestaltung: Das ruhig sitzende Tier mit seinem geduckten, massiven Köper und den gestemmten Beinen strahlt Kraft und Wildheit aus. (CS)