Die barocken Türgewände stammen von einem 1708 erbauten und 1971 abgerissenen Wohnhaus in H 5, 9. Mit vielen anderen Gebäuden fiel es den Planungen für das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in der westlichen Unterstadt zum Opfer. In dem ältesten Wohnhaus der Innenstadt leben über Jahrhunderte die Scharfrichterfamilien Schmidt, Ostertag und Stamm.
Die steinerne Türeinfassung des Hauses wird beim Abbruch 1971 vor der Zerstörung gerettet. Die dekorativen Steinbalken mit Engelsköpfen und der Jahreszahl 1708 finden in der Grünanlage des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit eine neue Aufstellung, bis sie erneut eingelagert wurden.
Die Bauteile waren an verschiedenen Orten des ZI oft unsachgemäß untergebracht.
Der Verein Stadtbild Mannheim übernimmt sie 2025 in das Lapidarium in der U-Halle auf dem Spinelli-Gelände. Sie sind ein einzigartiges Monument aus der Zeit, in der Mannheim auf Geheiß des Kurfürsten Johann Wilhelm aus den Trümmern des Französischen Erbfolgekriegs neu erbaut wurde. (VK)