• Künstler:in Otto Herbert Hajek
  • Titel Große Plastik
  • Jahr 1962
  • Kategorie Plastik
  • Material Bronze
  • Standort aktuell / Jahr Herzogenried, 68167 Mannheim, hinter Wiese Am Brunnengarten 18, ca. 1972

Otto Herbert Hajek (1927–2005)

Hajek ist 1927 in Kaltenbach (heute Nové Hutě in Tschechien) geboren und lebt seit 1946 in Süßen im Landkreis Göppingen.

Von 1947 bis 1954 studiert er Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Bereits 1951 hat er seine erste größere Einzelausstellung. Im Laufe seines Lebens folgen zahlreiche weitere Ausstellungen im In- und Ausland.

Nach Abschluss seines Studiums arbeitet er als freischaffender Künstler. Durch seine Teilnahme an der documenta II (1959) und III (1964) erlangt er internationales Ansehen.

Von 1980 bis 1992 ist er Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Darüber hinaus ist er Mitglied sowie Ehrenprofessor und Ehrendoktor mehrerer Kunsthochschulen und Akademien im In- und Ausland. Er nimmt regelmäßig an Kolloquien zu den Themen „Kunst im öffentlichen Raum“ und „Kunst und Öffentlichkeit“ teil – Fragestellungen, die sein gesamtes Schaffen prägen. In seinem plastischen Schaffen entstehen Werke mit religiösen Motiven, aber auch Arbeiten mit weltlichen Themen. Er ist auch als Maler und Grafiker tätig. Mit den Materialien
Beton, Stahl und Bronze gestaltet er Arbeiten, die nicht nur betrachtet, sondern im öffentlichen Raum auch erlebt werden sollen. Charakteristisch für sein Werk ist der gezielte Einsatz von Farbe, die er in Beziehung zu Form und Raum setzt. 2003 gründet er die Otto Herbert Hajek-Stiftung der Stadt Stuttgart. Sie betreut neben anderen Institutionen seinen Nachlass. Bis zu seinem Tode im Jahre 2005 lebt Hajek in Stuttgart, wo er auch beigesetzt wird.

Weitere Informationen zu Otto Hajek finden Sie hier.

Zur Arbeit

Auf einem Sockel aus Beton streckt sich die Arbeit weit nach oben. Man muss um sie herumgehen, denn jede Seite stellt sich beim Betrachten anders dar.
Die „Große Plastik“ von Otto Herbert Hajek entsteht 1961/62. Die erste Fassung von 1961 führt er in Modellierbeton aus. 1962 werden davon drei Bronzegüsse hergestellt, von denen sich je ein Exemplar in Stuttgart, Berlin und Mannheim befindet.
Charakteristisch für diese Arbeit ist die enge Verschränkung von Form und Raum: Die Skulptur scheint sich aufzurichten, sie öffnet sich mit ihren vegetativen Formen aber auch in den Raum um sie herum.

Die Plastik gehört zu den Schlüsselwerken von Hajeks frühem Schaffens und markiert einen Übergang in dem er seine informellen Plastiken zu einer neuen, raumbezogenen Auffassung weiterentwickelt.
„Der Raum, der um einen Baukörper existiert, kann nicht als sogenannter Negativraum gesehen werden, ich möchte das Gegenteil vorschlagen: Das Gebäude ist eine Negativform in der Positivform des Raumes.“ (O. H. Hajek)

Die Arbeit muss für Hajek persönlich von großer Bedeutung gewesen sein, denn ein Abguss stand bis 2025 auf seinem Grab. Seit 2026 steht sie im Otto Herbert Hajek Skulpturenpark an der Hasenbergsteige/Stuttgart, seinem ehemaligen Wohnort. (SK)