• Künstler:in Otto Herbert Hajek
  • Titel "Stadtlandschaft"
  • Jahr 1995
  • Kategorie Skulptur
  • Material Stahl
  • Objektmaße (ohne Sockel) 2 Stelen á 600 cm
  • Standort aktuell / Jahr Emil-Heckel-, Schwarzwald- und Meerwiesenstraße, 68163 Mannheim, 1995

Otto Herbert Hajek (1927–2005)

Hajek ist 1927 in Kaltenbach (heute Nové Hutě in Tschechien) geboren und lebt seit 1946 in Süßen im Landkreis Göppingen.

Von 1947 bis 1954 studiert er Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Bereits 1951 hat er seine erste größere Einzelausstellung. Im Laufe seines Lebens folgen zahlreiche weitere Ausstellungen im In- und Ausland.

Nach Abschluss seines Studiums arbeitet er als freischaffender Künstler. Durch seine Teilnahme an der documenta II (1959) und III (1964) erlangt er internationales Ansehen.

Von 1980 bis 1992 ist er Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Darüber hinaus ist er Mitglied sowie Ehrenprofessor und Ehrendoktor mehrerer Kunsthochschulen und Akademien im In- und Ausland. Er nimmt regelmäßig an Kolloquien zu den Themen „Kunst im öffentlichen Raum“ und „Kunst und Öffentlichkeit“ teil – Fragestellungen, die sein gesamtes Schaffen prägen. In seinem plastischen Schaffen entstehen Werke mit religiösen Motiven, aber auch Arbeiten mit weltlichen Themen. Er ist auch als Maler und Grafiker tätig. Mit den Materialien
Beton, Stahl und Bronze gestaltet er Arbeiten, die nicht nur betrachtet, sondern im öffentlichen Raum auch erlebt werden sollen. Charakteristisch für sein Werk ist der gezielte Einsatz von Farbe, die er in Beziehung zu Form und Raum setzt. 2003 gründet er die Otto Herbert Hajek-Stiftung der Stadt Stuttgart. Sie betreut neben anderen Institutionen seinen Nachlass. Bis zu seinem Tode im Jahre 2005 lebt Hajek in Stuttgart, wo er auch beigesetzt wird.

Weitere Informationen zu Otto Hajek finden Sie hier.

Zur Arbeit

1986 entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle der Neubau der Zweigstelle der Stadtsparkasse Mannheim auf dem Lindenhof, in einem postmodernen Stil, entworfen und gebaut von dem Mannheimer Architekten Helmut Striffler. 1995 erwirbt die Sparkasse für den Platz davor eine Arbeit von Otto Herbert Hajek. Es ist bereits die sechste Arbeit des Stuttgarter Künstlers, die zu diesem Zeitpunkt in Mannheim aufgestellt wird.
Diese Arbeit stammt aus einer Serie mit dem Titel „Raumzeichen“, die ab 1972 entstehen. Im Vergleich zu Hajeks bisherigen Arbeiten haben sie stark konstruktiv geometrische Formen, gepaart mit einer Konzentration auf die Primärfarben Rot, Blau und Gelb.

Die Ursprungsidee für den Platz vor der Sparkasse, an der sich Emil-Heckel-, Schwarzwald- und Meerwiesenstraße treffen, ist ganz im Sinne Hajeks: Skulpturen, Platzgestaltung und Architektur sollen zu einem räumlichen Gefüge werden. Er will kein isoliertes Kunstobjekt schaffen, sondern einen Ort, in dem Wahrnehmung, Bewegung und bauliche Umgebung aufeinander bezogen sind. Und eigentlich schlägt er für seine „kleine Stadtlandschaft“ auch zwei Arbeiten vor, aber die Sparkasse erwirbt nur die blau-rote Arbeit.

Hajeks Idee der Platzgestaltung ist gut: Aber die Arbeit wird auf einem Rondell mit schrägen Ebenen aufgestellt und führt dazu, dass Jugendliche diesen Platz zum Skaten oder Rollschuhfahren nutzen, was Passanten und Anwohner stört. Im Frühjahr 1996 wird die Schräge zurückgenommen, der Platz umgestaltet und die nun ebene Fläche mit einem – nicht ganz passenden – geometrischen Muster aus Steinplatten belegt. Die Sparkasse erwirbt dann doch noch die geplante zweite, gelb-rote Arbeit von Hajek und stellt sie auf der Seite zur Emil-Heckel-Straße auf.

Der Platz wird auch weiterhin von Skatern genutzt. Die momentan leerstehende Filiale der Sparkasse soll zu einer Kindertagesstätte umgebaut werden, die Arbeiten von Hajek bleiben auf dem Platz stehen. Ihr Farbanstrich ist bereits erneuert. (SK)