• Künstler:in Philipp Harth
  • Titel Pelikanbrunnen
  • Jahr 1953
  • Kategorie Brunnen
  • Material Kalksandstein
  • Objektmaße (ohne Sockel) 118, 142, 134 cm
  • Sockelmaße H 50 cm
  • Standort aktuell / Jahr Grünanlage, O 7, 17, 68161 Mannheim, Wasserbecken
  • Standort alt / Jahr Grundschule, Schönau

Philipp Harth (1885–1968)

Der vielseitig begabte Philipp Harth studiert ab 1903 u.a. an den Kunstgewerbeschulen in Mainz und Karlsruhe Bildhauerei und Zeichnung und wird im Ersten Weltkrieg als Kartograph eingesetzt. Von 1917 bis 1928 ist er Lehrer für Kunsterziehung an der Odenwaldschule in Heppenheim. Ab 1925 beschäftigt er sich verstärkt mit Tierdarstellungen und schafft zahlreiche Kleinplastiken.

1935 wird seine Plastik „Adler“ als entartet beschlagnahmt, doch nimmt er weiterhin an Ausstellungen teil. 1943 wird Harth mit einem Arbeitsverbot belegt, steht aber gleichzeitig auf der „Gottbegnadeten-Liste“ Adolf Hitlers. Bei der Beschäftigung mit den Werken des vor allem durch seine gelungenen Tierdarstellungen berühmt gewordenen Bildhauers wird die Problematik künstlerischen Schaffens während der Zeit des Nationalsozialismus sehr deutlich.
Weitere Informationen zu Philipp Harth: hier

Zur Arbeit

Harth konzentriert sich ab Mitte der 1920er-Jahre auf die Darstellung von Tieren. Seine Materialien dafür sind Holz, Stein und Bronze.
Die Idee für einen Brunnen entsteht bereits 1951 und eigentlich ist er mit bronzenen Störchen geplant. Aber Harth schlägt steinerene Pelikane vor. Der Brunnen soll im Stadtteil Schönau aufgestellt werden, wo gerade eine große Wohnsiedlung entsteht. Im September 1953 stellt sich heraus, dass der Brunnen nicht an der geplanten Stelle aufgebaut werden kann. Als neuer Standort wird der Platz vor der Schönau-Schule ausgewählt, dort wird er nach einigen Verzögerungen im Juli 1954 aufgestellt. Aber das Brunnenensemble stellt sich nach kurzer Zeit als ungeeignet für einen Schulhof heraus. Die Schulkinder nutzen bei warmem Wetter die Pelikane zum Klettern und Planschen im Becken. Die Pelikane werden im Frühsommer 1968 in einer kleinen Brunnenanlage in den Scipiogarten versetzt. Aber auch dort werden sie beschädigt. Es beginnt die Suche nach einem neuen Standort. Ende der 1970er-Jahre kommen sie dann an das runde Wasserbecken in der kleinen Grünanlage in P 7 am Anfang der Planken.

Philipp Harth ist nicht der einzige Bildhauer, der sich den Tierdarstellungen zuwendet: Edwin Scharff, Renee Sintenis und Gerhard Marcks, in der Zeit geboren wie Harth, gehören zu einer ganzen Generation von Tierbildhauern. (CS/SK)