• Künstler:in Erich Hauser
  • Titel 11/92
  • Jahr 1992
  • Kategorie Plastik
  • Material Nirostastahl
  • Objektmaße (ohne Sockel) 563 x 160 x 85 cm
  • Standort aktuell / Jahr Eissportzentrum, Käthe-Kollwitz-Straße 23, 68169 Mannheim

Erich Hauser (1930–2004)

Erich Hauser entwickelte seinen künstlerischen Werdegang auf Basis einer handwerklichen Ausbildung. Nach einer Lehre als Stahlgraveur (1945–1948) erhält er erste künstlerische Anregungen im Zeichnen und Modellieren im Kloster Beuron. Anschließend vertieft er seine Kenntnisse durch Abendkurse in der Bildhauerei an der Freien Kunstschule Stuttgart.

1952 macht er sich als freier Bildhauer selbstständig und erhält in den folgenden Jahren erste Auszeichnungen, darunter den Kunstpreis der Jugend und den Kunstpreis Junger Westen. Er etabliert sich als bedeutender Vertreter der modernen Plastik, indem er weitere nationale und internationale Preise, etwa den „Premio Itamaraty“ auf der Biennale von São Paulo (1969), erhält.

Zentral für Hausers Werk ist der konsequente Einsatz von Stahl. Er formt ihn zu klar strukturierten, oft seriell wirkenden Skulpturen. Damit entwickelt er eine eigenständige Position in der zeitgenössischen Bildhauerei.

Zur Arbeit

Das Werk „11/92“ von Erich Hauser zeigt eine hohe, schlanke Säule aus hellem Beton, auf der sich eine ausgreifende, kantige Metallform entfaltet. Diese wirkt wie ein aufgespanntes, fast flügelartiges Gebilde, das sich in verschiedene Richtungen ausstreckt. Typisch für Hauser ist dabei seine Arbeitsweise: Er formt das Metall nicht weich, sondern faltet und biegt es zu präzisen, scharfkantigen Skulpturen.

Seit den 1960er-Jahren steht die Säule im Mittelpunkt seines Schaffens. Für Hauser ist sie mehr als nur eine Form – sie erinnert an Architektur, an Türme oder Wände. Auch „11/92“ wirkt wie ein gebautes Element, das bewusst in die Landschaft gesetzt ist. Die ausgreifende Metallform scheint dabei wie ein tastender Impuls in die Umgebung zu reichen, als würde sie den Raum erkunden.

So entsteht ein spannendes Zusammenspiel zwischen Natur und Kunst: Die klare, gefaltete Metallform trifft auf die gewachsenen, organischen Formen der Bäume um sie herum. Trotz dieses Gegensatzes wirkt die Skulptur nicht fremd, sondern eingebunden. Hauser bringt beide Seiten in ein Gleichgewicht – als würde die Skulptur ihre Umgebung aufnehmen und zugleich neu ordnen. (AT)