Maritta Kaltenborn (*1936)
Maritta Kaltenborn ist 1936 in Nordhausen am Harz geboren. Seit 1956 lebt sie in Mannheim.
Ihre künstlerische Laufbahn beginnt als Autodidaktin. Nach der Teilnahme an einem Schmiedelehrgang im Jahr 1977 setzt sich intensiv mit der Kunst des Schmiedens auseinander.
Seitdem verbindet sie in ihren Arbeiten Materialien wie Flacheisen, Schrauben, Eichenholz und Stein zu ausdrucksstarken Kleinplastiken.
1980 nimmt sie an der ersten Triennale für Kleinplastik in Fellbach teil. In den folgenden Jahren präsentiert sie ihre plastischen Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen.
Bekannt wird Maritta Kaltenborn vor allem durch ihre Kunst im öffentlichen Raum in der Rhein-Neckar-Region. Ihre Werke sind überwiegend figurativ, zeichnen sich jedoch durch eine stark vereinfachte und abstrahierte Formensprache aus. Darüber hinaus setzt sie sich in ihren Arbeiten mit gesellschaftlichen Themen auseinander.
Für ihr langjähriges Engagement für die Stadt Mannheim wird ihr zusammen mit ihrem Ehemann Werner Kaltenborn 2021 die Auszeichnung „Mannheimer Stein“ verliehen.
Zur Arbeit
Im Rahmen der Umgestaltung und Verkehrsberuhigung des Ortskerns von Käfertal wird der Rathausplatz Ende der 1980er-Jahre neugestaltet. Anstelle der bisherigen Nutzung als Parkplatz soll ein Brunnen entstehen. Eine künstlerische Gestaltung soll den Platz als öffentlichen Aufenthalts- und Begegnungsraum aufwerten.
1988 wird die Künstlerin Maritta Kaltenborn mit der Ausführung des Brunnens beauftragt. Ihr Entwurf verweist auf die lange landwirtschaftliche Tradition des Stadtteils.
Kaltenborn arbeitet mit vegetativen Formen, geschwungenen Faltungen und aufstrebenden Elementen. Diese erinnern an Spargelstangen und Rhabarberblätter und stellen einen Bezug zur Landwirtschaft von Käfertal her.
Aus bronzenen Blütenstempeln fließt das Wasser teilweise im freien Fall, teilweise langsam an den Stangen entlang in eine Bronzeschale. Die Faltung und Wellen der Bronze erinnern an ein Rhabarberblatt und verleihen der Plastik eine dynamische Wirkung.
Die Bronzeplastik liegt auf einem massiven Granitblock, der als Fundament des Brunnens dient. Der Kontrast zwischen der Schwere des Natursteins und den bewegten Formen der Bronze betont die plastische Wirkung.
Der Brunnenrand besteht aus geschnittenem rotem Naturstein und ist so gestaltet, dass er als Sitzbank genutzt werden kann.
In den Brunnenrand ist ein kleiner Hirschkäfer aus Bronze eingelassen. Er dient als dekoratives Element, obwohl der Name Käfertal nicht auf Käfer zurückzuführen ist. (CS)