Zur Arbeit
Die Gedenkskulptur ist ein Mahnmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Mannheim. Der transparente Glaskubus, dessen Kanten rund 3 m messen, ist zum Verlauf der Planken um 45 Grad gedreht, sodass eine Achse auf den Paradeplatz weist. Zugleich ist er leicht gekippt, was eine fragile Wirkung erzeugt, die sich auf die Situation der Verfolgten beziehen lässt. Die durchsichtigen Wände öffnen den Kubus in die Umgebung und setzen so Vergangenheit und Gegenwart in Beziehung.
Auf den vier Seitenflächen sind 2.280 Namen jüdischer Mannheimer*innen eingraviert, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Da die Namen von innen angebracht sind, erscheinen sie von außen spiegelverkehrt und erschließen sich erst beim genauen Hinsehen. Dieses gestalterische Prinzip fordert Passant:innen dazu auf, innezuhalten und die Namen bewusst zu lesen. Eine im Boden eingelassene Tafel ergänzt die Installation und erläutert ihren Hintergrund. Die Initiative für das Mahnmal ging in den 1990er-Jahren von Angehörigen der Opfer aus. Nach einem künstlerischen Wettbewerb, den Jochen Kitzbihler gewann, wurde der Glaskubus im Auftrag des Gemeinderats durch die Stadt Mannheim realisiert. Er dient nicht nur als Ort des Gedenkens, sondern symbolisiert auch die Leerstelle, die die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung im städtischen Leben hinterlassen hat. Der Standort in der belebten Einkaufsstraße wurde bewusst gewählt, um die Erinnerung in den öffentlichen Raum zu tragen. Nachts wird der Kubus von innen beleuchtet und behält so auch in den Abendstunden seine Präsenz. (AS)