• Künstler:in Max Laeuger
  • Titel Carl-Benz-Denkmal
  • Jahr 1932
  • Kategorie Denkmal
  • Material Muschelkalkstein
  • Objektmaße (ohne Sockel) 550 x 495 x 110 cm
  • Standort aktuell / Jahr Augusta-Anlage, 68165 Mannheim, am Anfang der Augusta-Anlage Anlage, 1933

Max Laeuger (1864–1952)

Max Laeuger war ein Keramiker, Kunstgewerbler, Architekt, Gartenarchitekt und Professor an der Karlsruher Technischen Hochschule. 1907 war er Gründungsmitglied der Deutschen Werkbundes.
In Mannheim hatte er 1907 die Gesamtplanung zur Jubiläumsausstellung inne. Die noch heute in den Taxushecken des Friedrichsplatzes aufgestellten Sitzbänke wurden von ihm gestaltet. Zum Zeitpunkt der Enthüllung des Benz-Denkmals war er 69 Jahre alt und gerade emeritiert.

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Zur Arbeit

Das Denkmal ist eines der ersten, die nicht einen Fürsten, Feldherrn, Künstler oder Wissenschaftler verherrlichen, sondern einem Techniker gelten. Das helle Steinrelief zeigt Carl Benz, den Erfinder des Automobils, in einem wadenlangen Arbeitskittel, der an ein antikes Gewand erinnert. Er zeigt verhalten auf eine stilisierte, verhältnismäßig kleine Räderkonstruktion. Am oberen Rand steht „Carl Benz 1844 1929“. Die Festschrift zur Enthüllung des Denkmals am Ostersonntag 1933 verrät, wovon sich Laeuger inspirieren ließ: Es haben ihm die Vorbilder antiker, insbesondere „ägyptischer und assyrischer Monumentalkunst den Weg gewiesen“ (Karl Widmer).
Die Rückseite zeigt die Embleme der Initiatoren des Denkmals, die vier Automobilverbände RDA (Reichsverband der Automobil-Industrie), AvD (Automobilclub von Deutschland), ASC (Allgemeiner Schnauferl-Club) und ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club), und deutet einen zu Beginn der 1930er-Jahre modernen Rennwagen an. Die Inschrift lautet: „Carl Benz, dem Pionier des Kraftwagenbaus“.

Max Laeuger, Carl Benz Denkmal
Foto: 16.04.1933, MARCHIVUM
Max Laeuger, Carl Benz Denkmal
Foto: 1938, MARCHIVUM

Als 1929 der Tod von Carl Benz die Planungen zu einem Denkmal in Gang setzt, ahnt niemand die spätere ideologische Vereinnahmung des Monuments als „Verkörperung des deutschen Gedankens“. Mitglieder der Auto-Lobby und die Vereine finden bei der Stadt Mannheim Interesse, die den städtebaulich exponierten Platz an der Augusta-Anlage zur Verfügung stellt. Die wenige Wochen vor der Einweihung erfolgte Machtübernahme der Nationalsozialisten überschattet die lange zuvor geplante Feier. Es stehen, wie es Friedrich Walter, der erste Direktor des Stadtarchivs Mannheim notiert, „deutlich zwei Welten nebeneinander, die alte, die sich noch zur Geltung zu bringen sucht, und die neue, die noch nicht die volle Sicherheit des Auftretens erlangt hat und sich ostenativ von jeder Art festlicher Bewirtung zurückzieht. In der Halle des Palasthotels halten Markgraf Berthold, der Sohn des Prinzen Max von Baden, und der Staatsminister des neuen Staates getrennt Cercle.“

Alle, die in der Autowelt Klang und Namen haben, sind in der Stadt zur Carl-Benz-Feier versammelt. Eine Festveranstaltung jagt die andere. Höhepunkt der Feiern ist die Enthüllung des Denkmals.
Ursprünglich soll Adolf Hitler als Reichskanzler Hauptredner sein, doch sagt der „Führer“ eine Woche vor der Feier ab. 1936 beauftragt er, laut Oberbürgermeister Carl Renninger, den Bildhauer Richard Klein in München, ein neues Ehrenmal zu erstellen, da ihm das Benz-Denkmal missfalle. Die Kritik an dem Werk von Max Laeuger reißt in den folgenden Jahren nicht ab, auch die Witwe Bertha Benz soll sich kritisch geäußert haben.

Max Laeuger, Carl Benz Denkmal
Foto: 22. Dezember 2010, MARCHIVUM
Max Laeuger, Carl Benz Denkmal
Foto: St. Rothenstein

Im Jahr 2000 lässt der Verein Stadtbild Mannheim das Denkmal gründlich sanieren und die Schriftzüge wieder sichtbar machen.
Vor dem Denkmal in der Augustaanlage wird 2008 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Mercedes-Benz-Werkes Mannheim eine Bronzenachbildung des ersten fahrbereiten Automobils von Benz aufgestellt.
Im Zuge der Umgestaltung der Augusta-Anlage soll das Denkmal 2015 einen neuen Platz erhalten und parallel zur Straße aufgestellt werden, um die Sicht von Osten auf den Wasserturm frei zu machen. Dieser Plan wird verworfen.
In T 6, 33 (früher T 6, 11), wo Carl Benz seit 1871 seine erste Werkstatt betrieb, steht heute ein Neubau. Dort wird mit einem Schattenriss aus Metall und einer Stadtpunkte-Tafel an die Erfindung von Benz erinnert. (VK)