Dieter Lahme (*1938)
Dieter Lahme wächst im Südschwarzwald auf und besucht die Kunstgewerbeschule in Basel (Grafik, Design). Ab 1960 lebt er in Mannheim und verdient seinen Unterhalt als Grafiker bei der Firma Boehringer. Ab 1963 arbeitet er als freier Künstler und engagiert sich in der Region und der Stadt. Ab 1975 setzt er sich verstärkt mit Architektur und stadtraumbezogener Kunst auseinander und beteiligt sich bei entsprechenden Wettbewerben. 1984–1986 ist er erster Vorsitzender des Landesverbandes Bildender Künstler Baden-Württemberg.
Ab 1982 entstehen seine sogenannten Plastischen Systeme. Das sind mehrteilige kleine, streng geometrische Objekte aus massiven Eisen, die sich wie bei einem Kinderbaukasten zusammensetzen lassen und deren Aussehen und Wahrnehmung als Ganzes immer wieder neu vom Betrachter bestimmt werden.
2004 zieht Lahme nach Sachsen-Anhalt. Aus den plastischen Systemen entwickelt er das Projekt Lebenskreuz: für ihn das Symbol des gewaltfreien und partnerschaftlichen Miteinanders der Menschen mit der Schöpfung.
Zur Arbeit
Es war lange Zeit das Wahrzeichen der Neckarufer-Nordbebauung: der Brunnen „Stadtblume“. Leider fließt schon seit vielen Jahren kein Wasser mehr und die Edelstahloberflächen sind verschmutzt und beschmiert. Der Brunnen entstand im Kontext verschiedener Kunst-am-Bau-Projekte, die 1977 als sogenannte künstlerische Gestaltungsmaßnahmen für die Wohnblocks und den öffentlichen Bauobjekten, wie der Schulen, des Jugendfreizeithauses und des Kinderhauses realisiert wurden.
Dieter Lahme gewinnt den Wettbewerb zum Platanenhof und entwirft eine „Stadtpflanze“, die die drei Symbole Wasser, Pflanze und Haus bildlich zur Geltung bringen. Stengel, Blütenblätter und die Blätter einer Pflanze sind massiv und stark abstrahierte voluminöse Formen aus Edelstahl. Die Plastik steht erhöht in einem quadratischen Becken aus rot gemauerten Steinen, die die Farbe des Bodenbelags wieder aufnehmen. Im Bodenbelag sind an allen vier Ecken Mosaiken eingelassen, die noch einmal die Pflanzenform aufgreifen.