Arthur Lehmann (1877–1948)
Der in Mönchengladbach geborene Sohn eines jüdischen Lehrers und Kantors wächst in Würzburg auf und beginnt 1897 ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule München. 1907 lässt er sich in Mannheim nieder und empfiehlt sich als Architekt für Villen, Wohn- und Geschäftshäuser, Fabrikbauten sowie für die künstlerische Ausstattung von Innenräumen.
1909 präsentiert die Kunsthalle Mannheim seine Entwürfe für eine Villenkolonie, die ihm in Fachkreisen Anerkennung einbringen, jedoch unrealisiert bleiben. Abgesehen von einem Kindererholungsheim, das er 1911 in Bad Dürkheim errichtet, bleibt seine Bautätigkeit weitgehend auf kleinere Projekte beschränkt, etwa den Umbau von Geschäftsräumen. Ein zweites Standbein bilden Aufträge für Bühnendekorationen und andere künstlerische Ausstattungen. Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld ist seine journalistische Arbeit. Er schreibt über Kunst- und Bauausstellungen und etabliert sich zugleich als Theaterkritiker. Über viele Jahre ist er zudem Geschäftsführer des Mannheimer Kunstvereins und engagiert sich in der Mannheimer Ortsgruppe des Bundes Deutscher Architekten.