• Künstler:in Gerhard Marcks
  • Titel Friedensengel
  • Jahr 1952
  • Kategorie Denkmal
  • Material Bronze
  • Objektmaße (ohne Sockel) H 300 cm
  • Sockelmaße 250 x 155 cm
  • Standort aktuell / Jahr E 6, 68159 Mannheim, neben der Spitalkirche, 1984
  • Standort alt / Jahr B 4, 1 Mannheim, 1953

Gerhard Marcks (1889–1981)

Gerhard Marcks verfolgte seinen Weg zur Bildhauerei erfolgreich als Autodidakt. Bis 1925 war er als „Meister“ am Bauhaus Weimar tätig und übernahm anschließend die Leitung der Bildhauerwerkstatt an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, bis er 1933 auf Druck der Nationalsozialisten entlassen wurde. Als freier Künstler arbeitete er in Berlin weiter bis zur Zerstörung seines Ateliers durch einen Bombenangriff 1943. Er erhielt nach 1945 viele Aufträge für Figurendarstellungen im öffentlichen Raum.

Weitere Information zu Gerhard Marcks finden Sie hier.

Gerhard Marcks, Friedensengel
Foto: 16.11.1952, MARCHIVUM
Gerhard Marcks, Friedensengel
Foto: 1952, MARCHIVUM

Zur Arbeit

1951 beauftragte die Stadt den Bildhauer Gerhard Marcks, ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs zu schaffen. Seine Figur „Friedensengel“ wurde am 16.11.1952 vom damaligen Oberbürgermeister Hermann Heimerich und Kanzler Konrad Adenauer im Quadrat B 4 neben der Jesuitenkirche enthüllt. 1983 versetzte man das Mahnmal ins Quadrat E 6. Die Inschrift auf der Wand hinter dem Engel an seinem ersten Aufstellungsort in B 4 lautete: „Es mahnen die Toten 1933 - 1945.“ Dieser Satz ist in der aktuellen Platzierung übernommen worden, befindet sich heute aber zu Füßen des Sockels im Boden eingelassen. Schon 1952 wurde das gemeinsame Gedenken sowohl an zivil als auch militärisch zu Tode gekommene Menschen kritisch hinterfragt; OB Heimerich wollte damit aber eine Frieden und Versöhnung stiftende Botschaft aussenden.

Gerhard Marcks, Friedensengel
Foto: 16.06.1982, MARCHIVUM
Gerhard Marcks, Friedensengel
Foto: 30.05.1983, MARCHIVUM

Die reliefartig flache Engelfigur mit weit ausgebreiteten Armen und Flügeln berührt nur mit den unbekleideten Fußspitzen den Sockel. Sie ist aus der Mittelachse heraus nach links geneigt, so dass der Eindruck entsteht, als würde der Engel vorüber schweben und dabei nur kurz den Kopf zum Betrachter wenden. Die Flügel und das lange Gewand werden durch kurvige parallele Linien strukturiert und unterstützen dadurch den Eindruck von Bewegung ebenso wie der einseitig rechts abgeschrägte Sockel. Der Bildhauer vermeidet die formale Annäherung an traditionelle Engelfiguren, wie sie z. B. als „Friedhofsengel“ bis heute Verwendung finden; er gestaltet vielmehr eine Art „Raumzeichen“, mit dem er den symbolisch-geistigen Charakter des Mahnmals unterstreicht. (DH)