• Künstler:in Martin Mayer
  • Titel Haarwaschende
  • Jahr 1995
  • Kategorie Brunnen
  • Material Bronze
  • Objektmaße (ohne Sockel) 125 x 80 x 100 cm
  • Sockelmaße H 100 cm, Durchmesser 80 cm
  • Standort aktuell / Jahr Oberer Luisenpark, Hans-Reschke-Ufer 3, 68165 Mannheim, Nähe Fernmeldeturm, 1997

Martin Mayer (1931–2022)

Martin Mayer wird in Berlin geboren. 1946 –1949 ist er Privatschüler des Bildhauers Theodor Georgii an der Akademie der Bildenden Künste in München, an der er anschließend von 1949 - 1954 studiert. Bereits 1953 nimmt Mayer als jüngster Bildhauer an der „Großen Kunstausstellung“ im Haus der Kunst in München teil. Nach seinem Studium arbeitet er zwei Jahre als Modelleur in der Puppenwerkstatt von Käthe Kruse in Donauwörth – bevor er 1957 in München sein eigenes Atelier einrichtet und als freischaffender Bildhauer tätig ist.

Mayer lebt und arbeitet in München und beteiligt sich regelmäßig an den dortigen jährlichen Kunstausstellungen. Neben Porträtskulpturen und Grafiken schafft er unter anderem voluminöse menschliche Figuren mit christlichen Motiven, Akte und figürliche Tierdarstellungen. Er gilt als einer der letzten bedeutenden Vertreter der klassisch-modernen Skulptur. Auf Initiative von Freunden und Familie wird nach seinem Tod die Martin Mayer Gesellschaft e.V. gegründet, die sich der Erforschung und Vermittlung seines künstlerischen Werks widmet.

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Zur Arbeit

Martin Mayers weibliche Figuren stehen in der Tradition der großen Bildhauer der Moderne, insbesondere von Auguste Rodin und Aristide Maillol, deren klassisch–idealisierte füllige Frauengestalten ihn inspirierten. Das Menschenbild, speziell der weibliche Akt, bilden einen zentralen Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens. Durch seine gesamten Werksphasen begegnen uns junge Frauengestalten in den unterschiedlichen Körperhaltungen und Bewegungsmotiven. Dabei geht es Mayer nicht um eine naturalistische Wiedergabe des Körpers, sondern um seine symbolische und zeitlose Gestaltung der menschlichen Figur.

An der Figur „Haarwaschende“ wird das besonders deutlich. Bei der Bronzearbeit steht nicht die detaillierte Ausarbeitung der Oberfläche oder die Wiedergabe der Haut im Vordergrund, sondern die plastische Form und die Wirkung des Volumens. Die Ausdruckskraft der Figur wird durch die ausgewogene Komposition der Körperformen und durch die Konzentration auf das Wesentliche erreicht. Mayers bevorzugtes Material sind Ton und Bronze. Die Bronze schätzt er wegen der Langlebigkeit und auch wegen der physischen Schwere und Präsenz, die seinen Figuren zusätzlich Kraft und Monumentalität verleihen. Die Skulptur stammt aus dem Besitz von Heinrich Vetter, der sie 1993 der Stadt Mannheim stiftete. Im gleichen Jahr wurde sie im Luisenpark Mannheim thematisch passend auf einem Granitsockel in einem Wasserbecken aufgestellt und so zu einer Brunnenfigur. (CS)