Hans Nagel (1926–1978)
Hans Nagel ist 1926 in Frankfurt geboren. 1928 zieht er mit seiner Familie nach Heidelberg. Von 1941–45 erhält er bei Will Sohl Zeichenunterricht.
Durch ein Stipendium kann er im März 1945 das Notabitur machen. 1947 beginnt er mit dem Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Das ist ihm zu traditionell, und er beginnt autodidaktisch mit der Bildhauerei.
1953 zieht er nach Mannheim. Seinen Lebensunterhalt verdient er zu dieser Zeit mit Architekturmodellen und Gebrauchsgrafik und auch von 1949–1955 durch die Lehrtätigkeit beim amerikanischen Special Service und im Amerikahaus in Heidelberg.
1962 zieht er nach Ziegelhausen, ist aber weiterhin Lehrer an der Freien Akademie Mannheim für plastisches Gestalten.
1965/66 ist er Dozent für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1973 geht er nach Berlin an die damalige staatliche Hochschule für bildende Kunst - heute Universität der Künste Berlin. Auf einer Dienstreise nach Bonn stirbt er 1978 überraschend an Herzversagen.
Zur Arbeit
Seinen ersten öffentlichen Auftrag erhält er 1955 von der Stadt Mannheim: die Skulptur „Mutter und Sohn“ aus rotem Sandstein, die in der Rainweidenstrasse in der Neckarstadt West steht. Die Figurengruppe strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Die blockhafte Form verleiht der Gruppe einen unerschütterlichen Eindruck. Die Mutter blickt nicht auf den Sohn, doch ihre Hände sind schützend um ihn gelegt.
Nach dem Krieg war es von Vorteil, ein klassisch zeitloses Thema zu wählen, wenn man einen öffentlichen Auftrag erhalten wollte. Diese Themengruppe konnte Nagel in einer vergleichsweise gewagteren Form umsetzen. Der Einfluss Henry Moores ist dabei zu erkennen. Mit dieser Arbeit kann er sich als moderner Künstler etablieren.