• Künstler:in Hans Nagel
  • Titel ES 22 Relief „Plattner“
  • Jahr 1964
  • Kategorie Plastik
  • Material Stahl, weiß lackiert
  • Objektmaße (ohne Sockel) 275 x 220 x 25 cm
  • Standort aktuell / Jahr Goethestraße 4, 68161 Mannheim

Hans Nagel (1926–1978)

Hans Nagel ist 1926 in Frankfurt geboren. 1928 zieht er mit seiner Familie nach Heidelberg. Von 1941–45 erhält er bei Will Sohl Zeichenunterricht.
Durch ein Stipendium kann er im März 1945 das Notabitur machen. 1947 beginnt er mit dem Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Das ist ihm zu traditionell, und er beginnt autodidaktisch mit der Bildhauerei.

1953 zieht er nach Mannheim. Seinen Lebensunterhalt verdient er zu dieser Zeit mit Architekturmodellen und Gebrauchsgrafik und auch von 1949–1955 durch die Lehrtätigkeit beim amerikanischen Special Service und im Amerikahaus in Heidelberg.
1962 zieht er nach Ziegelhausen, ist aber weiterhin Lehrer an der Freien Akademie Mannheim für plastisches Gestalten.

1965/66 ist er Dozent für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 1973 geht er nach Berlin an die damalige staatliche Hochschule für Bildende Kunst – heute Universität der Künste Berlin. Auf einer Dienstreise nach Bonn stirbt er 1978 überraschend an Herzversagen.

Zur Arbeit

Die Arbeit „Relief Plattner“ von 1964 zeigt die immer weiter voranschreitende Abkehr von der menschlichen Darstellung in Nagels Arbeiten. Die Einflüsse der informellen Kunst, die in den 1950er-Jahren von Frankreich auch nach Deutschland kamen, führen zu einer Abwendung der Gegenständlichkeit hin zur Formlosigkeit und Materialbetonung.

Nagel geht es bei dieser Arbeit nun um die Verkörperung von Bewegung, Rhythmus und Spannung. Bei diesem Relief scheint die Form gleichsam aus sich selbst herauszuwachsen und aus einem unbewussten Prozess zu entstehen. Die einzelnen Elemente setzt er ohne direkte Bedeutung zusammen: Die Stahlbleche werden miteinander verschweißt und bilden eine offene, nicht klar begrenzte Form. Sie entwickelt sich aus sich selbst heraus, ohne gegenständlichen Bezug. So entsteht eine Landschaft, die keine wirkliche ist. Erst nach der Fertigstellung verweisen Form und Struktur des Werkes auf Natur hin, ohne jedoch zu einem Abbild zu werden.

Die Arbeit „Relief Plattner“ war 1965 in der Einzelausstellung von Hans Nagel in der Kunsthalle Mannheim zu sehen. Der Mannheimer Architekt Andreas Plattner, der das Haus in der Goethestraße entwarf und baute, regte bei dem Bauherren Dr. Friedrich Moser die Idee an, einen Wandschmuck an der Eingangsfassade anzubringen. So kam es zur Auswahl dieser Arbeit. (CS)