• Künstler:in Hans Nagel
  • Titel AP2, Reliefwand
  • Jahr 1961
  • Kategorie Wandobjekt
  • Material Muschelkalk
  • Objektmaße (ohne Sockel) 500 x 900 cm
  • Standort aktuell / Jahr Schloß Ostflügel, Hörsaal SO 108, Bismarckstraße 40, 68161 Mannheim, 1961/62

Hans Nagel (1926–1978)

Hans Nagel ist 1926 in Frankfurt geboren. 1928 zieht er mit seiner Familie nach Heidelberg. Von 1941–45 erhält er bei Will Sohl Zeichenunterricht.
Durch ein Stipendium kann er im März 1945 das Notabitur machen. 1947 beginnt er mit dem Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Das ist ihm zu traditionell, und er beginnt autodidaktisch mit der Bildhauerei.

1953 zieht er nach Mannheim. Seinen Lebensunterhalt verdient er zu dieser Zeit mit Architekturmodellen und Gebrauchsgrafik und auch von 1949–1955 durch die Lehrtätigkeit beim amerikanischen Special Service und im Amerikahaus in Heidelberg.
1962 zieht er nach Ziegelhausen, ist aber weiterhin Lehrer an der Freien Akademie Mannheim für plastisches Gestalten.

1965/66 ist er Dozent für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1973 geht er nach Berlin an die damalige staatliche Hochschule für bildende Kunst - heute Universität der Künste Berlin. Auf einer Dienstreise nach Bonn stirbt er 1978 überraschend an Herzversagen.

Hans Nagel, AP2 Reliefwand
Foto: St. Rothenstein
Hans Nagel, AP2 Reliefwand
Foto: St. Rothenstein

Zur Arbeit

Diese Arbeit ist die erste, die Hans Nagel in seiner künstlerischen Laufbahn 1961/62 konkret auf eine architekturbezogene Situation realisiert. Sie ist 5 Meter hoch und 9 Meter lang. Zwischen den beiden Eingangstüren des Hörsaals SO 108 (ehemals Auditorium Maximum) steht ihm zur Realisierung eine Wandfläche von 5 x 14 m zur Verfügung. Nagel nutzt aber nur die Fläche zwischen den Eingangstüren. Für die Struktur bearbeitet er die Oberfläche der Muschelkalkplatten und geht in die Tiefe.

Die linke Seite der Reliefwand wirkt sehr dynamisch und hat viele geschwungene und dynamische Konturen, während auf der rechten Seite eher horizontale und vertikale Konturen dominieren.
Im rechten oberen Drittel der Wand entwickeln sich die Bögen zu einer Kreisform, die sich über die gesamte Fläche weiter ausbreitet. Die Oberflächen sind entweder glattgeschliffen oder grob behauen. (SK)