• Künstler:in Hans Nagel
  • Titel AP 18, Röhrenplastik
  • Jahr 1972
  • Kategorie Plastik
  • Material Eisen geschweißt, unrsprüngl. rot und blau lackiert
  • Objektmaße (ohne Sockel) 700 cm
  • Standort aktuell / Jahr Vogelstang, Sackgasse Thüringer Str. / Platz hinter der katholischen Kirche „Zwölf Aposteln", 1972

Hans Nagel (1926–1978)

Hans Nagel ist 1926 in Frankfurt geboren. 1928 zieht er mit seiner Familie nach Heidelberg. Von 1941–45 erhält er bei Will Sohl Zeichenunterricht.
Durch ein Stipendium kann er im März 1945 das Notabitur machen. 1947 beginnt er mit dem Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Das ist ihm zu traditionell, und er beginnt autodidaktisch mit der Bildhauerei.

1953 zieht er nach Mannheim. Seinen Lebensunterhalt verdient er zu dieser Zeit mit Architekturmodellen und Gebrauchsgrafik und auch von 1949–1955 durch die Lehrtätigkeit beim amerikanischen Special Service und im Amerikahaus in Heidelberg.
1962 zieht er nach Ziegelhausen, ist aber weiterhin Lehrer an der Freien Akademie Mannheim für plastisches Gestalten.

1965/66 ist er Dozent für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1973 geht er nach Berlin an die damalige staatliche Hochschule für bildende Kunst – heute Universität der Künste Berlin. Dort stirbt er überraschend 1978 an Herzversagen.

Hans Nagel, AP 18, Röhrenplastik
Foto: Robert Häusser
Hans Nagel, AP 18, Röhrenplastik
Foto:

Zur Arbeit

Die Idee zur Aufstellung der Röhrenplastik auf dem Platz hinter der katholischen Kirche „Zwölf Aposteln“ entsteht während der Planung für den dortigen Platz.

Der Architekt für den Stadtteil Vogelstang, Einald Sandreuther, ist mit Hans Nagel befreundet. Im Laufe der Planung für die Sackgasse der Thüringer Straße und den Platz wächst die Idee für einen Brunnen mit einer künstlerischen Gestaltung. Hans Nagel entwirft ein Modell, das der Zentrale der „Neuen Heimat“ in Stuttgart zusagt.

Nagel nimmt bei der Realisierung der Arbeit keinen direkten Bezug auf die Architektur der umliegenden Häuser. Im Winter wirken die Röhren etwas „verloren“. Aber im Sommer, wenn die dichte Baumbepflanzung die Häuser drum herum verbirgt, wirken Platz und Arbeit sehr stimmig.

Hans Nagel, AP 18, Röhrenplastik
Foto: St. Rothenstein
Hans Nagel, AP 18, Röhrenplastik
Foto: St. Rothenstein

Die Arbeit besteht aus zwei Objekten, die einmal in den Farben rot und grün realisiert waren. Leider sind die ursprünglichen Farben heute ganz stark verblasst. Bei der großen Arbeit winden sich dünnere Stahlröhren zwischen aufrechten, senkrechten, dickeren Stahlröhren. Ein paar Schritte weiter steht das zweite Objekt: senkrechte Röhren in zwei Gruppierungen – zwei sehr nah und drei zusammenstehende senkrechte Röhren. Von den Flächen der senkrechten Säulen läuft Wasser hinunter und wird am Boden aufgefangen, die Arbeiten sind auch beleuchtet.

Am Beginn ist die Arbeit von den Anwohnern eher umstritten, aber mit dem herunterlaufenden Wasser wird der Platz vor allem für die Kinder ein beliebter Spielplatz. Anfang der 1980er-Jahre wird wahrscheinlich die Funktion des Brunnens eingestellt. Als der Bolz- und Spielplatz auf Wunsch der Anwohner in Richtung der Plastik verlegt werden soll, beginnt ab 2008 eine Diskussion um die Arbeit, die damals schon in keinem guten Zustand ist. 2014 beginnt die Diskussion erneut und dauert bis heute an. Der Zustand der Arbeit ist äussert schlecht. (SK)