• Künstler:in Wolfram Niessen
  • Titel Spielende Bären
  • Jahr 1951/52
  • Kategorie Skulptur
  • Material Kalksandstein
  • Standort aktuell / Jahr Elisabeth-Gymnasium, D 7, 8, 68159 Mannheim, im Schulhof

Wolfram F. Niessen (1923–2004)

Wolfram F. Niessen ist ein deutsch-kanadischer Bildhauer, dessen künstlerischer Werdegang maßgeblich durch seine Emigration geprägt wurde. Nach seiner Ausbildung in Europa verließ er Deutschland in der Nachkriegszeit und ließ sich in Kanada nieder, wo er seit den 1950er-Jahren bis zu seinem Tod wirkte.

In seiner neuen Heimat entwickelte Niessen eine auf moderne Materialien ausgerichtete, skulpturale Praxis und realisierte früh großformatige Arbeiten im öffentlichen Raum, darunter Projekte für staatliche und architektonische Kontexte. Seine Emigration eröffnete ihm dabei neue künstlerische und institutionelle Möglichkeiten, die sein Werk nachhaltig beeinflussten.

Neben seiner künstlerischen Arbeit war er auch als Hochschullehrer tätig und trug zur Entwicklung der Kunstszene in Kanada bei. Seine künstlerische Laufbahn steht exemplarisch für die Verbindung von Migrationserfahrung, moderner Formensprache und öffentlicher Kunst.

Wolfram Niessen, Spielende Bären
Foto: ca. 1957, MARCHIVUM
Wolfram Niessen, Spielende Bären
Foto: Kunsthalle Mannheim

Zur Arbeit

Das Werk „Spielende Bären“ von Wolfram F. Niessen zeigt zwei vereinfachte, fast blockhaft geformte Bären aus Stein. Ihre Körper sind stark reduziert: Statt feiner Details sieht man klare, grobe Formen, die noch an den ursprünglichen Kalksandstein erinnern.

Gerade diese Einfachheit macht den Reiz der Skulptur aus. Die Bären wirken freundlich und lebendig, obwohl sie aus schwerem Material bestehen. Ihre Haltung – leicht nach vorne geneigt, mit erhobenen Vorderpfoten – lässt die Szene wie einen spielerischen Moment erscheinen, fast wie eine kurze Begegnung mitten im Alltag.

Niessen konzentriert sich auf das Wesentliche: Bewegung, Beziehung und Körperhaltung. So entsteht eine leicht verständliche, fast erzählerische Skulptur, die ohne viele Details auskommt. „Spielende Bären“ lädt dazu ein, stehen zu bleiben, hinzuschauen und vielleicht ein wenig Freude in der Begegnung der beiden Tiere zu entdecken. (AT)