Richard Perrey (1866–1937)
Richard Perrey leitet von 1902–1918 das städtische Hochbauamt. Seine von verschiedenen Bildhauern dekorierten Bauten prägen das Stadtbild von Mannheim. Sie bleiben oft ungenannt.
Zur Arbeit
Zum 300. Stadtjubiläum von Mannheim werden im Sommer 1907 sieben Grenzsteine aufgestellt. Sie markieren – an der damaligen Stadtgrenze – die historischen Stadteingänge der alten Straßen nach Lampertheim, Weinheim, Schriesheim, Heidelberg, Schwetzingen und Ludwigshafen. Durch spätere Eingemeindungen verursacht, stehen die Grenzsteine heute inmitten städtischer Gemarkung.
Die Granitsäulen mit dem Stadtwappen und der vergoldeten Inschrift „Hauptstadt Mannheim Jubiläumsgrenzstein 1907“ werden von Richard Perrey „nach Art der römischen Meilensteine“ gestaltet. Sie reichen 80 Zentimeter tief in den Boden. Ihr Durchmesser beträgt 56 Zentimeter.
Von den ehemals sieben Säulen sind heute noch sechs erhalten und stehen heute an folgenden Orten:
• Waldhof, am Altrhein Ecke Sandhofer Straße / Zellstoffstraße
• Waldhof, Frankenthaler Straße, Überquerung Zellstoffstraße
• Vogelstang, Spreewaldallee, nach der Einbiegung von der B 38
• Feudenheimer Straße, nach dem Hauptfriedhof ca. 750 m rechts
• Seckenheim, „Breiter Weg“ zwischen dem ersten Kreisverkehr der Seckenheimer Umgehungsstraße und der Autobahn A 5
• Neuostheim, Harrlachweg, Ecke Seckenheimer Landstraße
• Der Jubiläumsgrenzstein an der Kreuzung Casterfeldstraße / Sporwörthstraße wird 1953 vom Tiefbauamt entfernt und umgesetzt.
• Der siebte Stein im Bereich der Auffahrt zur alten Rheinbrücke ist nicht mehr vorhanden.
Der Verein Stadtbild Mannheim e.V. lässt 2007 zum 400. Stadtjubiläum die Jubiläumsgrenzsteine sanieren und die Inschriften neu vergolden. Inmitten meist moderner Architektur sind sie heute wie Zeugnisse Mannheimer Stadtgeschichte. (VK)