Anlass
Nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 und der Niederlage Napoleons gegen die Koalitionsheere aus Preußen, Österreich, Russland und Schweden beginnt der Rückzug der Franzosen hinter den Rhein. Der „Rheinübergang“ wird bei Mannheim durch die Schlacht am 1. Januar 1814 erzwungen. An jenem Morgen überschreitet General von Sacken mit seinem Koalitionsheer auf Befehl des preußischen Feldmarschalls Blücher an der Stelle des Denkmals den Rhein nach Westen. Die Stelle des Denkmals ist zur Zeit der Schlacht noch linksrheinisch, denn das Flussbett verläuft damals östlich durch den heutigen Industriehafen. Gleichzeitig dringen entlang des Rheins weitere Koalitionsheere über den Rhein vor, die des preußischen Feldmarschalls Blücher bei Kaub. Dem Gefecht kommt, nach zwei Jahrzehnten französischer Vorherrschaft, große Bedeutung zu.
Zur Arbeit
Ein hexagonaler Schaft geht in eine dreikantige steinerne Säule über, auf deren Spitze zehn Kanonenkugeln pyramidenförmig aufgeschichtet sind. In einer Kurve der Friesenheimer Straße, etwa 500 m nach der Kammerschleuse, kündet sie von der hier am Neujahrstag 1814 stattgefundenen Schlacht zwischen einer russischen Militäreinheit und den sich zurückziehenden Truppen Napoleons.
„1. JAN.“ und „1814“ wird im oberen Teil des Denkmals verkündet. Der sechseckige Fuß verrät den Stifter des Steinmals: „MILITÄRVEREIN MANNHEIM 1. JAN 1914“. Erhabene Buchstaben nennen das historische Ereignis: „RHEINÜBERGANG RUSS. CORPS v. SACKEN v. d. ARMEE BLÜCHERS“.
Das Denkmal wird vom Militärverein Mannheim im Vorgarten eines abgelegenen Fabrikgebäudes errichtet und am 100. Jahrestag der Schlacht eingeweiht. Das Ereignis passt zur antifranzösischen Stimmung vor dem Ersten Weltkriegs, der am 1. August 1914 beginnt. Zurzeit ist die aus Kanonenkugeln gebildete Pyramide an der Spitze des Denkmal beschädigt. (VK)