Alice Lovisa-Richter (1911–1999)
Alice Richter-Lovisa arbeitet nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin und Jugendleiterin (1928–1933) nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als „Arts and Craft Teacher“ an der American Elementary School in Mannheim. 1952 besucht sie Zeichenkurse bei Karl Trummer in der Alten Sternwarte und ihre künstlerische Entwicklung beginnt. Ihr Gesamtwerk zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit aus. Sie macht sich als Grafikerin einen Namen und fertigt Illustrationen für Prospekte und Plakate an. Außerdem entstehen Metallreliefs, Schmuck und Assemblagen (Collagen mit plastischen Objekten). In ihrem zweiten Ehemann, dem Architekten Hans Richter (1925–2016), findet sie ab 1967 einen Partner für zahlreiche Kunst-am-Bau-Projekte. Diesen Projekten widmet sich fortan ein großer Teil ihres Schaffens.
Neben Wandbildern entwirft und realisiert sie u. a. verschiedene Türen für Schulen und Kindergärten, Wandstelen, beispielsweise in der Fachhochschule für Technik in Mannheim, sowie ein Altarkreuz für die Lutherkirche in Neckarhausen. Sie teilt ein Atelier mit dem Mannheimer Künstler Walter Koch (1918–1987). Gemeinsam gestalten sie Aufträge für Kirchen, insbesondere Fensterverglasungen.
Zur Arbeit
Mitte der 1970er-Jahre sollen auf den Quadraten J 6 und H 6 (Swansea-Platz) in Mannheim ein „Spiel- und Erholungsgelände“, eine „Begegnungsstätte für alle Altersstufen“ und eine Tiefgarage entstehen. Im Rahmen dieses umfangreichen Projektes, an dessen Umsetzung auch Hans Richter beteiligt ist, gestaltet Alice Richter-Lovisa eine Brunnengruppe für den Kinderspielplatz auf H 6. Die Idee für das Projekt liefert 1975 eine Arbeitsgruppe, die mit der Untersuchung der Spielplatzsituation in der Mannheimer Innenstadt betraut ist. Das Ziel ist es, bei der geplanten Stadtsanierung auch Freiflächen und Spielmöglichkeiten zu berücksichtigen.