Gernot Rumpf (1941–2025)
Der Neustädter Bildhauer Gernot Rumpf ist vor allem durch seine Brunnen und Plastiken bekannt, die meist lokale Überlieferungen, geschichtliche oder biblische Themen aufgreifen. Seine Skulpturen, die viel Erzählfreude und Humor erkennen lassen, kamen meist unter künstlerischer Mitwirkung seiner Ehefrau Barbara Rumpf (geb. 1960) zustande.
Eines der bekanntesten Werke Rumpfs ist der „Elwetritschen-Brunnen“ in Neustadt (1978). In Mannheim schuf er den Regenbrunnen in der Gottlieb-Daimler-Straße (1977), den Puhlzappe-Brunnen in Seckenheim (1982) und den Papyrusbrunnen am Wasserturm. An seinen Plastiken sind immer eine oder mehrere Mäuse zu sehen – das Kennzeichen, dass es sich um eine Arbeit von ihm handelt.
Der Löwenbrunnen in Jerusalem war ein Geschenk der Bundesrepublik Deutschland anlässlich eines Staatsbesuchs von Helmut Kohl in Israel (1989). Ebenso gehören die Gestaltung des Kaiserslauter Platzes in Tokio und der Brunnen in Ootmarsum/Niederlande zu den außerhalb Deutschland aufgestellten Werken des Ehepaars Rumpf.
Zur Arbeit
Der „Papyrusbrunnen“ wird der Stadt Mannheim im Jahre 1984 von den Papierwerken Waldhof-Aschaffenburg gestiftet. Er soll anlässlich des 100. Geburtstags der am 26.6.1884 gegründeten Zellstofffabrik Waldhof an die Firmengeschichte in Mannheim erinnern. Die Fabrik, 2007 vom schwedischen SCA übernommen, wird seit 2017 von Essity betrieben. Die bekannteste Marke ist das 1960 auf den Markt gekommene Zewa-Toilettenpapier (aus den Anfangsbuchstaben „Zellstoff Waldhof“ gebildet).
Der Brunnen thematisiert die Herstellung und spielerische Verwendung von Papier. Die Mitte des kreisrunden Beckens nehmen sieben hohe, stilisiert dargestellte Papyrusstauden ein. Das aus den Dolden rinnende Wasser wird von den Schaufeln kleiner Wasserräder aufgefangen und versetzt sie in Drehbewegung.
Im Becken und auf dem Beckenrand sitzen kunstvoll gefaltete Origami-Figuren. Sie stellen Tiere dar: Schwäne, Gänse, einen Pelikan und eine Robbe. Andere Formen sind Papierschiffchen und das Fingerspiel „Himmel-und-Hölle“. Die an den Rumpfbrunnen obligatorischen Mäuse sind hier aus den Papprollen des Klopapiers zusammengesetzt – eine Reverenz an die Zewa-Toilettenrollen.
Aus den Dolden der Stauden, aus den Ecken, Schnäbeln oder sonstigen Öffnungen der Figuren spritzt Wasser. Besonders an heißen Tagen bietet der von Spritzwasser umgebene Brunnen angenehme Kühlung und viel Aufenthaltsqualität. (VK)