Roderich Jerusalem von Safft (1896–1967)
Bevor er 1934 nach Mannheim zieht, lebt der in Lichterfelde bei Berlin geborene Maler und Bildhauer in Staufen im Breisgau. Dort übernimmt er 1930 die Funktion des Ortsgruppenführers der NSDAP. Ein Schriftwechsel von 1916 mit dem Kunstverein Mannheim belegt den frühesten Kontakt des Künstlers zur Quadratestadt: Über den Kunstverein verkauft er mehrere Bilder an hiesige Kunstsammler. Doch gewinnt seine Karriere erst nach der nationalsozialistischen Machtergreifung an Bedeutung. Offenbar zu Aufwertung seiner Person ergänzt er seinen Geburtsnamen Roderich Jerusalem um den Zusatz „von Safft“, was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass der Name „Jerusalem“ 1933 zu Spekulationen über eine jüdische Herkunft führt.
1934 erhält er gemeinsam mit Eugen Gresser den Auftrag zur Neugestaltung der Kentauren am Friedrichsplatz. Im selben Jahr widmet ihm die Kunsthalle Mannheim eine Ausstellung mit Gemälden, Zeichnungen und Fotografien bildhauerischer Arbeiten. Zudem erwirbt die Stadt sein Gemälde „Blut und Boden. Der Erhalter des Volkes“, das trotz seiner nationalsozialistischen Prägung bis 1955 im Trausaal des Standesamts in F 1 hängt (heute im Depot der Kunsthalle).
Um 1940 ist Roderich Jerusalem von Safft Mitbegründer der „Werkgemeinschaft Bildender Künstler Mannheim“ und wird zu ihrem stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Sein bildhauerisches Werk umfasst neben dem nicht mehr erhaltenen Kolonialdenkmal vor allem Gefallenendenkmäler in Städten des Breisgaus und des Markgräflerlandes. Ein geplantes Kriegerdenkmal in Seckenheim wird infolge des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs nicht mehr ausgeführt.