Zur Arbeit
Seit 1985 arbeitet Robert Schad ausschließlich mit auf technischem Wege hergestellten Vierkant-Baustahl. Dies ist für ihn das geeignete Material für eine möglichst unmittelbare Umsetzung seiner meist linearen Formkonzeptionen. Schad versucht in seinen Arbeiten durch imaginäre Bewegung und Spannung Körpergefühl zu visualisieren und gleichzeitig Räume zu akzentuieren und zu dynamisieren. Immer wieder arbeitet er auch mit Tänzer*innen zusammen. Dabei interessiert ihn besonders die Frage, wie sich Form und Körper im Raum verhalten, wie sie ihn verändern und prägen, wie sie auf die Betrachtenden in ihrem Raumerlebnis wirkt.
Diese Problemstellungen waren auch Ausgangspunkt für das Werk „Eisenspiel für Mannheim“, das auf der Augustaanlage den Platz vor der Vorderfront des historischen Gebäudes (ehemalige Südwest LB) einnimmt. Diese schreibt 1993 einen Wettbewerb für die Gestaltung dieses Platzes aus, an der folgende Künstler teilnehmen:
- Robert Schad (Deutschland)
- Susanna Solano (Spaniel)
- Per Kirkeby (Dänemark / Deutschland)
- Anthony Caro (England)
- Franz Bernhard (Deutschland).
Robert Schad gewinnt den Wettbewerb, aber auch Franz Bernhards Entwurf wurde schließlich realisiert (siehe „Die große Mannheimerin“).
Drei Aspekte bestimmen Schads Werk: die Markierung und Akzentuierung eines bestimmten Ortes, die Korrespondenz zur Gründerzeitfassade der Bank sowie das Zusammenspiel mit dem Baumbestand der Allee.
Schad hat ein mehrteiliges Ensemble entwickelt, das sich wiederum aus drei Motiven zusammensetzt: schräg aus dem Boden ragende kurze, kompakte Blöcke; einzelnstehende, geknickte Vierkantstähle mit kopfähnlichen Abschlüssen, die er „Kopfspieler“ nennt; sowie ineinandergreifende, raumschließende Gruppen, die sogenannten „Bauchspieler“.
Schad versteht seine Arbeiten als Impulsgeber, sie sind frei für jede Assoziation. Die einzelnen Elemente nehmen die Formen der Natur auf und variieren sie, sie wirken wie gewachsen. Gleichzeitig fühlt man sich an einzeln oder in Gruppen stehende Menschen erinnert, deren Teil man wird. Schließlich zeichnet sich die Arbeit durch Ambivalenzen aus: zwischen Statik und Dynamik, zwischen der Vorstellung von tonnenschwer und tänzerisch leicht, von hart und vegetabil anmutend. Das Ensemble ist begehbar und je nach Blickwinkel und Standort verändert sich die Beziehung der einzelnen Elemente zueinander und somit der Gesamteindruck. (IH)