• Künstler:in Robert Schad
  • Titel Eisenspiel für Mannheim
  • Jahr 1991
  • Kategorie Plastik
  • Material Vierkant-Stahl
  • Objektmaße (ohne Sockel) 750 cm x 20 cm x 70 cm
  • Standort aktuell / Jahr Augusta Anlage, gegenüber WB Bank 1993

Robert Schad (*1953)

Robert Schad ist in Ravensburg geboren und studiert von 1974 bis1980 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Albrecht von Hancke und Wilhelm Loth. 1980 erhält er ein Stipendium für einen Arbeitsaufenthalt in Porto/Portugal, weitere Stipendien folgen: u.a. 1984 Kunststiftung Baden-Württemberg, 1988 Cité Internationale des Arts, Paris und 1989–90 Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium der Stadt Duisburg. Seit 2000 lebt und arbeitet er in Larians-et-Munans im Département Haute-Saône in Frankreich, wo er 2004 seinen eigenen Skulpturenpark eröffnet, sowie in Chamosinhos in Portugal. Die Liste seiner Arbeiten im öffentlichen Raum ist lang und reicht von Fátima/Portugal bis Kathmandu.

Zur Arbeit

Seit 1985 arbeitet Robert Schad ausschließlich mit auf technischem Wege hergestellten Vierkant-Baustahl. Dies ist für ihn das geeignete Material für eine möglichst unmittelbare Umsetzung seiner meist linearen Formkonzeptionen. Schad versucht in seinen Arbeiten durch imaginäre Bewegung und Spannung Körpergefühl zu visualisieren und gleichzeitig Räume zu akzentuieren und zu dynamisieren. Immer wieder arbeitet er auch mit Tänzer*innen zusammen. Dabei interessiert ihn besonders die Frage, wie sich Form und Körper im Raum verhalten, wie sie ihn verändern und prägen, wie sie auf die Betrachtenden in ihrem Raumerlebnis wirkt.

Diese Problemstellungen waren auch Ausgangspunkt für das Werk „Eisenspiel für Mannheim“, das auf der Augustaanlage den Platz vor der Vorderfront des historischen Gebäudes (ehemalige Südwest LB) einnimmt. Diese schreibt 1993 einen Wettbewerb für die Gestaltung dieses Platzes aus, an der folgende Künstler teilnehmen:

  • Robert Schad (Deutschland)
  • Susanna Solano (Spaniel)
  • Per Kirkeby (Dänemark / Deutschland)
  • Anthony Caro (England)
  • Franz Bernhard (Deutschland).

Robert Schad gewinnt den Wettbewerb, aber auch Franz Bernhards Entwurf wurde schließlich realisiert (siehe „Die große Mannheimerin“).

Drei Aspekte bestimmen Schads Werk: die Markierung und Akzentuierung eines bestimmten Ortes, die Korrespondenz zur Gründerzeitfassade der Bank sowie das Zusammenspiel mit dem Baumbestand der Allee.
Schad hat ein mehrteiliges Ensemble entwickelt, das sich wiederum aus drei Motiven zusammensetzt: schräg aus dem Boden ragende kurze, kompakte Blöcke; einzelnstehende, geknickte Vierkantstähle mit kopfähnlichen Abschlüssen, die er „Kopfspieler“ nennt; sowie ineinandergreifende, raumschließende Gruppen, die sogenannten „Bauchspieler“.

Schad versteht seine Arbeiten als Impulsgeber, sie sind frei für jede Assoziation. Die einzelnen Elemente nehmen die Formen der Natur auf und variieren sie, sie wirken wie gewachsen. Gleichzeitig fühlt man sich an einzeln oder in Gruppen stehende Menschen erinnert, deren Teil man wird. Schließlich zeichnet sich die Arbeit durch Ambivalenzen aus: zwischen Statik und Dynamik, zwischen der Vorstellung von tonnenschwer und tänzerisch leicht, von hart und vegetabil anmutend. Das Ensemble ist begehbar und je nach Blickwinkel und Standort verändert sich die Beziehung der einzelnen Elemente zueinander und somit der Gesamteindruck. (IH)