• Künstler:in Waltraud Suckow, Maritta Kaltenborn
  • Titel Trümmerfrauen
  • Jahr 1995
  • Kategorie Denkmal
  • Material Bronze
  • Standort aktuell / Jahr Schillerplatz, B 3, 68159 Mannheim

Maritta Kaltenborn (*1936)

Die Bildhauerin und Kunstschmiedin Maritta Kaltenborn wurde vor allem durch Kunst im öffentlichen Raum in der Rhein-Neckar-Region bekannt. Ihre Arbeiten sind meist figurativ und beschäftigen sich oft mit gesellschaftlichen Themen. Sie ist mit dem Mannheimer Architekten Werner Kaltenborn verheiratet. Beide wurden 2021 für ihr gemeinsames Engagement für die Stadt Mannheim ausgezeichnet.

Waltraud Suckow (1929–2009)

Waltraud Suckow besuchte die Erfurter Kunstgewerbeschule, studierte in Wismar-Heiligendamm an der Akademie für angewandte Kunst und erwarb ihren Abschluss als Industriedesignerin. Sie war künstlerische Leiterin der V. V. B. Keramik und wurde 1954 in den künstlerischen Beirat der DDR berufen.
1955 kommt sie nach Mannheim und beginnt sich mit plastischer Kunst zu beschäftigen. Sie lehrt Kunsterziehung am Liselotte-Gymnasium. 1977–79 ist sie Vorsitzende des Berufsverbandes Bildender Künstler. In der Region ist Suckow sehr bekannt. Die Auseinandersetzung mit dem Menschsein zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeiten. In Zyklen und Serien beschäftigt sie sich mit Themengruppen wie „Geburt und Tod“, „Menschliches Miteinander“, „Selbstfindung“ und „Geschlechterfrage“. Formal transportiert sie ihre Themen durch eine gegenständlich-figürlichen Plastik, die in der Tradition der Klassischen Moderne steht. Der von ihr entworfene „Abraham-Pokal“, der ihr sehr wichtig war, ist keine Auszeichnung, sondern eine Verpflichtung: Die Schule, die ihn hat, beschäftigt sich für ein Jahr besonders intensiv mit dem interreligiösen Dialog zwischen Juden, Christen und Moslems.

Waltraud Suckow, Maritta Kaltenborn, Trümmerfrauen
Foto: 1995, MARCHIVUM
Waltraud Suckow, Maritta Kaltenborn, Trümmerfrauen
Foto: 1995, MARCHIVUM

Zur Arbeit

Der Begriff „Trümmerfrauen“ bezeichnet Frauen, die nach dem Zweiter Weltkrieg in vielen deutschen Städten beim Aufräumen und Wiederaufbau halfen.
Das Bild der Trümmerfrauen wird oft als ein symbolisches Bild für den Wiederaufbau Deutschlands nach 1945 verwendet. Aber Forschungen zeigen ein differenzierteres Bild: Die Aufräumarbeiten wurden nicht nur freiwillig, sondern oft auch verpflichtend organisiert. Und neben den Frauen arbeiteten auch Männer, Kriegsgefangene und Zwangsverpflichtete.

Die Idee für das Denkmal kommt vom Arbeitskreis Sozialdemokratischer Frauen. Es wird im Mai 1995 zum 50. Jahrestag des Kriegsendes auf dem Schillerplatz gegenüber der Jesuitenkirche aufgestellt. Die Gesamtkonzeption und der Sockel stammt von Maritta Kaltenborn, die Bronzeplatte, die die Frauen beim Arbeiten zeigen, entwirft Waltraud Suckow. Auf der rechten Seite wird ein Vers aus dem Gedicht „Nicht alle Schmerzen sind heilbar“ aus dem Jahr 1944 der Schriftstellerin Richarda Huch (1864–1947) zitiert: „Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen sich tiefer und tiefer ins Herz hinein, und während Tage und Jahre verstreichen, werden sie Stein.“ (SK)