Waltraud Suckow (1924–2009)
Waltraud Suckow besuchte die Erfurter Kunstgewerbeschule studierte in Wismar–Heiligendamm an der Akademie für angewandte Kunst und erwarb ihren Abschluss als Industriedesignerin. Sie war künstlerische Leiterin der V. V. B. Keramik und wurde 1954 in den künstlerischen Beirat der DDR berufen.
1955 kommt sie nach Mannheim und beginnt sich mit plastischer Kunst zu beschäftigen. Sie lehrt Kunsterziehung am Liselotte-Gymnasium. 1977–79 ist sie Vorsitzende des Berufsverbandes Bildender Künstler. In der Region ist Suckow sehr bekannt. Die Auseinandersetzung mit dem Menschsein zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeiten. In Zyklen und Serien beschäftigt sie sich mit Themengruppen wie „Geburt und Tod“, „Menschliches Miteinander“, „Selbstfindung“ und „Geschlechterfrage“. Formal transportiert sie ihre Themen durch eine gegenständlich-figürlichen Plastik, die in der Tradition der Klassischen Moderne steht. Der von ihr entworfene „Abraham-Pokal“, der ihr sehr wichtig war, ist keine Auszeichnung, sondern eine Verpflichtung: Die Schule, die ihn hat, beschäftigt sich für ein Jahr besonders intensiv mit dem interreligiösen Dialog zwischen Juden, Christen und Moslems.
Zur Arbeit
Die 1910 gegründete Gartenstadt-Genossenschaft stiftet 1985 den Brunnen anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums.
Waltraud Suckow lässt sich vom Baubestand der alten Gartenstadt und von den germanischen Namen der Wotanstraße und des Freya-Platzes zu Wagners „Ring der Nibelungen“ inspirieren.
In diesem Opernzyklus schwimmen die drei Brunnenfiguren – die Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Floßhilde – im Fluss. Sie bewachen ihr Gold und hänseln und necken den hässlichen Zwergenkönig Alberich, der sich um ihre Aufmerksamkeit bemüht. Als er abgewiesen wird, verflucht er die Liebe, stiehlt das Gold und schmiedet es zu einem Ring, der ihm ungeheure Macht verleiht.