• Künstler:in László Szabó
  • Titel Sonnengott II
  • Jahr 1968
  • Kategorie Skulptur
  • Material Donau-Kalkstein
  • Objektmaße (ohne Sockel) 320 cm
  • Standort aktuell / Jahr Oberer Luisenpark, 68165 Mannheim, seit ca. 1976
  • Standort alt / Jahr Kunsthalle Mannheim, 1973

László Szabó (1917–1984)

László Szabó wird 1917 in Debrecen, Ungarn, geboren. Nach einem Jurastudium und dem Besuch einer Offiziersschule verlässt er im Zuge des politischen Umbruchs im Jahr 1944 seine Heimat und geht in die Schweiz. Er studiert an der Kunstschule in Genf und erhält 1947 ein Stipendium, das ihn nach Paris führt. Dort lebt und arbeitet er bis zu seinem Lebensende.

Szabó stellt seine Werke international aus, unter anderem gemeinsam mit namhaften Künstlern wie Henry Moore, Constantin Brancusi und Pablo Picasso. Im Jahr 1972 wird er beim Olympischen Kunstwettbewerb in München für sein Werk „Zwei Kugeln“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Seine Arbeit steht für eine konsequent organische und archaische Sprache, die sich gegen die Rationalität der modernen Formensprache auflehnt, indem sie diese als zu einseitig und beengend betrachtet.

Zur Arbeit

Die Skulptur „Sonnengott II“ wird 1973 anlässlich der Ausstellung „László Szabó“ vor der Kunsthalle Mannheim aufgestellt. Die Ausstellung präsentiert erstmals einen umfassenden Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers von 1946 bis 1973 in Deutschland.

Die rund drei Meter hohe Kalksteinskulptur ist ein exemplarisches Werk von Szabós organischer Formensprache. Ihre Gestalt bewegt sich zwischen pflanzlichen Strukturen und archaisch anmutenden Fossilien, wobei die raue, unbehandelte Oberfläche des Steins diesen Eindruck noch verstärkt.

Die monumentale Skulptur kann damals nicht in die Innenräume der Kunsthalle Mannheim transportiert werden, weshalb sie stattdessen im Außenbereich vor ihrem Eingang präsentiert wird. Doch das war leichter gesagt als getan. Für die Positionierung der mehrere Tonnen schweren Skulptur muss die Berufsfeuerwehr gerufen werden, die mit ihren technischen Geräten keine Zivilisten rettet, sondern zur sicheren und präzisen Positionierung des Kunstwerks beiträgt. Aufgrund der großen Resonanz beim Publikum erwirbt die Kunsthalle Mannheim die Arbeit nach Ausstellungsende vom Künstler.

Heute steht der „Sonnengott“ auf einer Wiese im Luisenpark Mannheim. Dort fügt sich die Skulptur harmonisch in die Natur ein und hebt sich zugleich selbstbewusst von ihr ab, als würde ein urzeitliches Wesen im Sonnenlicht ruhen. (AT)