Konrad Taucher (1873–1950)
Konrad Taucher studiert an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg und an der Karlsruher Kunstakademie. Danach ist er freischaffender Bildhauer in Karlsruhe.
Weitere Werke: Schneckenreiterbrunnen im Freiburger Colombipark, Brunnenfigur wasserschöpfender Knabe vor der Kleinen Kirche in Karlsruhe, Kaiserstraße, u. a. m.
Zur Arbeit
Stéphanie de Beauharnais (1789 –1860 ), eine Adoptivtochter Napoléons, heiratet auf Wunsch des Kaisers 1806 den badischen Kurprinzen Carl. Sie wird nach dem Tod ihres Schwiegervaters, des Großherzogs Karl Friedrich, Großherzogin von Baden. Ab 1818 machte sie für über 40 Jahre das Mannheimer Schloss zu ihrem Witwensitz.
Mannheim hat der Großherzogin Stéphanie viel zu verdanken. Sie bringt den höfischen Glanz der Kurfürstenzeit zurück ins Mannheimer Schloss. Dort empfängt sie die französische Verwandtschaft aus dem Kaiserhaus, die badische aus Karlsruhe, aber auch den österreichischen Staatskanzler Metternich, Prinz Wilhelm von Preußen oder Bismarck.
Stephanie lässt den Schlossgarten umgestalten und öffnet ihn für die Bevölkerung. Sie stiftet im ehemaligen Karmeliterkloster in L 4 das „Großherzogliche Institut“, ein Erziehungsheim für 100 höhere, vielfach adlige Töchter. Sie lädt diese auch ins Schloss ein und gibt bei Krankheitsausfall des Personals selbst Unterricht. Ihr Wunsch, Carl Maria von Weber als Dirigenten nach Mannheim zu holen, geht leider nicht in Erfüllung.
Stéphanie hat drei Töchter, deren Ehegatten oder Kinder später Könige von Sachsen, Schweden, Portugal Spanien und Rumänien werden. Sie verbringt die Wintermonate gern in Nizza, wo sie mit 70 Jahren verstirbt.
Das Denkmal, das an die Großherzogin erinnert, stiftet Carl Reiß. Ursprünglich stand es an der Gartenseite des westlichen Flügels des Ehrenhofs im Schloss. In den Unruhen des Jahres 1919 wird es mit roter Farbe beschmiert. In den 1950er-Jahren lässt es Florian Waldeck mit Mitteln der von ihm verwalteten Reiß-Stiftung an das nach ihr benannte Stephanienufer verbringen. Seit 1989 steht dort eine Replik, das Original befindet sich im Mannheimer Schloss.
Der Bildhauer Professor Taucher schuf die weiße Marmorstatue nach einem Gemälde von François Gérard, das Stéphanie als Sechzehnjährige zeigt. Die feine Ausarbeitung strahlt Eleganz und Anmut aus. Das im Grünen aufgestellte Denkmal an der Uferpromenade des Rheins lädt zur Reflexion über eine der beliebtesten Figuren der Stadtgeschichte ein. (VK)
Weitere Informationen zu Stéphanie de Beauharnais finden Sie hier.