• Künstler:in Jens Trimpin
  • Titel ohne Titel
  • Jahr 1995/96
  • Kategorie Skulptur
  • Material mazedonischer Marmor
  • Objektmaße (ohne Sockel) 101 x 72 x 74 cm
  • Standort aktuell / Jahr Luisenpark, Theodor-Heuss-Anlage 2, 68165 Mannheim, im Park Heinrich-Vetter-Weg, 1996

Jens Trimpin (*1946)

Jens Trimpin studierte 1962–66 bei Hans Nagel und Gerd Dehof Bildhauerei an der Freien Akademie in Mannheim und 1971–72 an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Seit 1982 lebt und arbeitet er in Mannheim. Von 1989 bis 2014 hatte er ein Atelier in der Alten Sternwarte.

Nach figurativen Anfängen wendet sich Jens Trimpin früh der Abstraktion zu und arbeitet seither fast ausschließlich in Stein. Er arbeitet ohne Vorzeichnungen oder Modelle, direkt in den Stein („taille directe“). Trimpins Skulpturen liegen stereometrische Grundformen zu Grunde – Würfel oder Quader, aber sie alle sind ein wenig verdreht, die Seiten minimal gewölbt, es ergibt sich ein labiler Stand, eine schwebende Leichtigkeit, die im scheinbaren Widerspruch zur eindeutigen Schwere der Steinblöcke steht.

Jens Trimpin ist Mitglied der Darmstädter Sezession, im Deutschen Künstlerbund sowie im Künstlerbund Baden-Württemberg.

In Mannheim sind drei Werke von Jens Trimpin im öffentlichen Raum zu sehen. Eine Skulptur steht am Heinrich-Vetter-Weg im Luisenpark, außerdem hat er für die Luzenberg-Unterführung am Bahnhof Waldhof den Brunnen gestaltet sowie eine Stele für den Außenbereich entworfen.

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Zur Arbeit

Mazedonischer Marmor, das Material dieser Skulptur, ist eigentlich hell. Wenn er allerdings im Freien steht, vergraut er, wie es hier gut zu sehen ist. Diese Veränderung ist vom Künstler durchaus erwünscht, denn sie gehört einerseits zum Material und andererseits entspricht sie seiner Arbeitsweise. Jens Trimpin betrachtet seine Werke nicht als abgeschlossen, sondern als Momentaufnahmen in einem Prozess.

Die Form ist in unmittelbarer Auseinandersetzung mit dem gewählten Block direkt aus dem Stein gehauen. Die „taille directe“ ist Trimpins bevorzugte Arbeitsweise, bei der die Annäherung an den Steinblock und dessen Bearbeitung zugleich stattfinden: Die Form entsteht im Tun und sie verweist auf nichts außer sich selbst. Die Oberfläche dieser Skulptur trägt deutliche Spuren der Bearbeitung, die nicht auf allen Seiten gleich ausgeprägt sind. Das gibt ihr die Anmutung des Unfertigen oder noch nicht Vollendeten und verweist wieder auf die Idee des grundsätzlich Veränderlichen. Die Flächen der Arbeit sind etwas gewölbt und die Form in sich leicht verdreht.

Der Stein steht, ganz typisch für Jens Trimpins Skulpturen, an einer Ecke nicht auf dem Boden auf. So scheint dieser doch offensichtlich schwere Marmorblock je nach Blickwinkel leicht und beweglich zu sein. Heinrich Vetter hat die Skulptur 1996 in der Ausstellung im Mannheimer Kunstverein ausgesucht, sie nach nochmaliger Betrachtung im Atelier des Künstlers erworben und schließlich der Stadt Mannheim geschenkt. (KB)