• Künstler:in Joseph Uphues
  • Titel Moltke
  • Jahr 1902
  • Kategorie Nicht mehr am Standort
  • Material Bronze
  • Standort alt / Jahr Toulonlatz C 5, 68159 Mannheim, 1902

Joseph Uphues (1850–1911)

Joseph Uphues studierte nach einer Steinmetzlehre in Wiedenbrück ab 1878 an der Berliner Akademie. 1892 machte er sich als Bildhauer selbständig. Er schuf Denkmäler und Bronzegruppen, meist im neubarocken Stil, und gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Berliner Bildhauerschule.

Zur Arbeit

Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 beherrschen Nationalismus und Militarismus das Denken weiter Kreise der Gesellschaft. Denkmäler, die das Kaiserreich, den Sieg über Frankreich oder das deutsche Militär verherrlichen, wachsen auf öffentlichen Plätzen wie Pilze aus dem Boden. Auch Mannheim verfällt in einen „vaterländischen Taumel“.

Helmuth von Moltke (1800–1891), preußischer Generalfeldmarschall, ist einer der bedeutendsten Feldherrn seiner Zeit. Für seine Verdienste in den Kriegen 1866 und 1870/1871 wird er mit Auszeichnungen überhäuft. Nach seinem Tod ehren zahlreiche Denkmäler seine militärischen Leistungen.
In Mannheim, dem Standort des 1852 gegründeten 2. Badischen Grenadierregiments, bereitet man zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Regiments die Aufstellung eines Moltke-Denkmals vor. Nach dem Entwurf von Joseph Uphues wird es in der Gießerei Noack in Berlin gegossen. In Mannheim wird es in Anwesenheit des Großherzogs Friedrich I. von Baden am 18.10.1902 feierlich vor dem Zeughaus enthüllt.

Manchen nationalistisch eingestellten Zeitgenossen ist das Denkmal nicht monumental genug. 1906 wird es so beschrieben: „Der große Schlachtenlenker ist hier in seinem Lebenselemente geschildert: Den Feldstecher gesenkt, begleitet er mit ruhiger Aufmerksamkeit den Gang des Schlachtengetümmels. Zu beiden Seiten des Sockels sind Kanonen aufgestellt, welche Kaiser Wilhelm II. dem Denkmalsausschusse huldvollst überlassen hatte. Die allzu sehr gewollte Einfachheit und Schlichtheit dieses Denkmals hebt hier leider jede Monumentalität der Wirkung auf.“

Die Kanonen werden 1931 entwendet, aber 1933 wieder aufgestellt. 1942 wird das Denkmal abgebrochen und die Bronzefigur zur Metallsammlung gegeben. (VK)