• Künstler:in Max von Widnmann, Ferdinand von Miller
  • Titel Wolfgang Heribert Freiherr von Dalberg
  • Jahr 1865
  • Kategorie Denkmal
  • Material Bronze
  • Objektmaße (ohne Sockel) 370 cm
  • Standort aktuell / Jahr Platz vor dem Dalberghaus, N 2, 68161 Mannheim, 1982
  • Standort alt / Jahr B 3 vor dem Nationaltheater, 1866; nach 1945, D 5

Max von Widnmann (1812–1895)

Max (Carl) von Widnmann ist ein zu seiner Zeit hoch angesehener Bildhauer aus Bayern: In Mannheim stammt von ihm neben dem Dalberg-Denkmal auch das Iffland-Denkmal.
Der in Eichstätt geborene Sohn eines Arztes studiert an der Königlichen Akademie der Künste in München, wo er unter anderem Schüler des Bildhauers Ludwig Schwanthaler ist. Nach einem dreijährigen Aufenthalt in Rom lässt er sich in der bayerischen Hauptstadt dauerhaft nieder. Er findet die Gunst König Ludwigs I., der ihn mit Porträtbüsten für die Walhalla beauftragt und ihn 1848 als Nachfolger Schwanthalers an die Akademie beruft. Mit wachsender Popularität wirkt Widnmann auch über Bayern hinaus. Prinzregent Luitpold von Bayern erhebt ihn 1887 in den Adelsstand.

Ferdinand von Miller (1813–1887)

Mehrfach arbeitet Widnmann mit dem Bildhauer und Erzgießer Ferdinand von Miller zusammen, so auch bei seinen beiden Mannheimer Werken, für die Miller den Bronzeguss ausführt.

Der in Fürstenfeldbruck geborene Miller lernt und arbeitet unter seinem Onkel Johann Baptist Stiglmayer an der Königlichen Erzgießerei in München. Nach Stiglmayers Tod 1844 übernimmt er die Leitung der Erzgießerei. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten zählen die Quadriga des Münchner Siegestors und die Bavaria vor der Münchner Ruhmeshalle. Als Anerkennung für seine Verdienste wird er 1851 in den Adelstand erhoben. Sein herausragendes Können als Bronzegießer findet weit über Bayern hinaus Anerkennung; seine Arbeiten finden sich unter anderem auch in den USA.

Max von Widnmann, Wolfgang Heribert Freiherr von Dalberg
Foto: 1943, MARCHIVUM
Max von Widnmann, Wolfgang Heribert Freiherr von Dalberg
Foto: 1952, MARCHIVUM

Zur Arbeit

Das Denkmal ist ein Geschenk König Ludwigs I. von Bayern an die Stadt Mannheim – als Zeichen dankbarer Erinnerung an die Zeit, die er hier in jungen Jahren verbrachte. Es zeigt den ersten Intendanten des Nationaltheaters Mannheim Wolfgang Heribert Dalberg (1750–1806). Die überlebensgroße, auf einen Sockel gehobene Statue stellt den Intendanten als imposante, repräsentative Persönlichkeit dar. Dalberg trägt einen schweren Mantel, zu seiner Linken hängt ein Schwert, an der Brust prangt ein Orden, und in der rechten Hand hält er eine Schriftrolle. Das rechte Bein ist leicht nach vorne gestellt, was der Figur eine dynamische Haltung verleiht. Hinter dem linken Fuß liegen zwei Bücher – ein Hinweis auf die Literatur als Grundlage des Theaters.

Das Denkmal befindet sich nicht an seinem ursprünglichen Standort. Denn zunächst ist es vor dem alten Nationaltheater in B 3 aufgestellt – gemeinsam mit dem Schillerdenkmal von Carl Cauer und dem ebenfalls von Max Widnmann geschaffenen Iffland-Denkmal. Nach der Zerstörung des Theaters im Zweiten Weltkrieg wird die Plastik zur Instandsetzung zu einer Firma in der Neckarstadt gebracht, wo es mehrere Jahre verbleibt. Erst 1953 wird es wieder der Öffentlichkeit präsentiert, nun auf den Zeughausplanken in D 5. Seit 1982 steht es in N 2 vor dem ehemaligen Wohnhaus Dalbergs. Der Sockel ist infolge der Kriegsschäden nicht mehr der originale, sondern stammt von dem nicht mehr erhaltenen Moltke-Denkmal von 1902. (AS)