• Künstler:in Zenta Zizler
  • Titel Jagdzug
  • Jahr 1936
  • Kategorie Wandobjekt
  • Material Schmiedeeisen, Goldfarbe; Kunstschmiedearbeit
  • Standort aktuell / Jahr P 5, 1–4, 68161 Mannheim

Zenta Zizler (1909–2010)

Zenta Zizler ist die Tochter des Mannheimer Oberbaurates Josef Zizler (1881–1955). Als dieser 1921 das Amt des Stadtbaurates in Mannheim antritt, besucht sie die Liselotteschule. Nach ihrer Schulzeit (1925/26) studiert sie in München. 1943 heiratet sie den Bildhauer Hans Vogl.
Zenta Vogl-Zizler schuf vor allem Kleinplastiken und setzte sich mit der menschlichen Figur auseinander. Sie war noch im Alter von 100 Jahren künstlerisch tätig. Einige ihrer Werke stehen in München, z. B. „Schäfer auf der Heide“ aus Stein, der um 1970 in Neuperlach aufgestellt wird.

Weitere Informationen zu Zizler hier und hier.

Zur Arbeit

Als Oberbaudirektor Josef Zizler in den Jahren 1932–1937 den „Plankendurchbruch“ und die Gebäude P 5 und P 6 in den Mannheimer Planken realisiert, entwirft seine Tochter für das Balkongeländer von P 5 ein Relief, das den Kurfürsten Karl Theodor (1724–1799) auf der Jagd zeigt. Die Kunstschmiedearbeit führen Karl und Friedrich Guiege aus.

Dargestellt ist eine Jagdgesellschaft des Regenten. Den Jagdzug begleiten zwei Damen in einer Kutsche. Hornbläser, Jagdhelfer und Jagdhunde sind im Gefolge des Kurfürsten, der der Kutsche voran reitet. Seine aufrechte, leicht rückwärts geneigte Haltung, sein wallendes langes Haar und die in die Steigbügel gestemmten Beine sind Zeichen der erhöhten Spannung und des bevorstehenden Jagdglücks. ln weiteren Szenen wird ein erlegter Hirsch kopfüber als Beute davongetragen. Ein kleiner Tempel, möglicherweise der Schwetzinger Apollotempel, verweist auf die Sommerresidenz des Kurfürsten.

Das Gebäude in P 5 beherbergte ab 1936 das traditionsreiche Café Kossenhaschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Quadrat schwer beschädigt, doch das Balkonrelief ist erhalten und schmückt weiterhin das Café. Nachdem Kossenhaschen schließt, wird der Balkon über 50 Jahre lang nicht genutzt. Durch eine Förderung der Heinrich-Vetter-Stiftung wird um 2020 der Balkon für das Café wieder zugänglich gemacht.
Das goldschimmernde, denkmalgeschützte Balkongeländer gilt als Sehenswürdigkeit auf den Mannheimer Planken. (VK)